Ich habe Liebe gelernt
Ihr habt mich weit entfernt
Bin nicht in Euren Augen
Raus aus Eurem Sinn
Kämpf einen schrägen Krieg

Steck in einem tiefen Schacht
Keiner weint mir Tränen nach
Es fehlt mir an Vertrauen
Es geht nicht ums Gewinnen
Nur um einen schalen Sieg
Und noch um mein schmales Ich

Tanzt das goldene Kalb
Lasst die Schultern kalt
Zieht Eure Pläne durch
die Fenster zu

Steppt den schicken Schuh
Singt ein Lied dazu
Weil glücklich ist nur der
Der auch vergisst

Ich bin mein Tagebuch
Zu hause für nichts gut
Stehe auf der Mine
Schlafe auf dem Feld
Und kein Heim tut weh
Weils mich übergeht

Tanzt das goldene Kalb
Lasst die Schultern kalt
Zieht Eure Pläne durch
die Fenster zu

Steppt den schicken Schuh
Singt ein Lied dazu
Weil glücklich ist nur der
Der auch vergisst

Sprech Monologe
Lege Worte für mich ein
Bekämpfe stille Wut und Zweifel mit leerem Mut
Lieg in meinen Ängsten, in meiner Treue, meinem Revier
Ich vertrete eine vage Idee und verzehr mich hier

Tanzt das goldene Kalb
Lasst die Schultern kalt
Zieht Eure Pläne durch
die Fenster zu

Steppt den schicken Schuh
Singt ein Lied dazu
Weil glücklich ist nur der
Der auch vergisst

Darum tanzt das goldene Kalb
Es wird härter bald
Es wird nichts geschenkt
Und es wird eng

Was Dich nicht betrifft
Ist nur Gift für Dich
Weil glücklich ist nur der
Der auch vergisst
 

5 Kommentare

Alle Kommentare zu Auf dem Feld sind im Forum zu finden. Hier die neuesten 5.
 

marlon75

vor 8 Jahren / 1.
Herbert Grnemeyer ber "Auf dem Feld"

YouTube Video anschauen

Tout change le mme

vor 8 Jahren / 2.
Hier noch ein Interview mit HG im Rolling Stone ber diesen Song:

http://www.rollingstone.de/magazin/f...d-Politik.html

Sehr interessant angesichts der Tatsache, dass unsere Politiker jetzt ja auch gewillt zu sein scheinen, die Bundeswehr (natrlich nur zur Absicherung humanitrer Hilfe ) nach Libyen zu schicken ...

neue.welt

vor 8 Jahren / 3.
Also nach den ersten Wochen Schiffsverkehr muss ich nun sagen, es ist nicht So wie ich, das mein Lieblingslied von der Platte wird. Es ist auf dem Feld.

Ich hab ne schn starke Bassbox (zum Frust meiner Nachbarn). Ich kann schon das Drcken fhlen, wenn Norbert einsetzt.

Ich finde die Mischung aus "Krach", also harter Gitarre und dem relaxten Teil interessant und sehr gelungen.

Das Thema ist natrlich etwas schwierig. Ich gehe nicht mit dem, was Herbert im Interview sagt konform. Dieser Krieg wird allgemein wenig wahrgenommen. Das liegt aber nicht am Desinteresse des Volkes oder daran, dass die Situation zu bizarr ist, um sich eine Meinung zu bilden. Das Problem ist, dass nicht wenige, wahrscheinlich sogar die Mehrheit gegen die Teilnahme und diesen Krieg an sich ist, wie ich auch. Da man in unserem Land das Volk ja nicht mehr wirklich danach fragt, was es sich zu denken erdreistet, fllt das ganze Geschehen irgendwie komplett hinten rber, als wrde es boykottiert. Das macht die Sache aus Sicht der Soldaten aber nicht wirklich besser.

Textlich ist es eines der wenigen Lieder, zu dem man keine Gebrauchsanweisung braucht, um es zu verstehen. Es beschreibt wirklich sehr gut, was in einem Soldaten vorgehen mag, ohne dabei den Krieg ansich zu werten. Die Textpassage "brecht mir hier den Hals" finde ich dabei sehr schick, da sie die Bitterheit ausdrckt, die das Thema begleitet.

Und trotzdem, in Rostock wird dann wohl eher der schicke Schuh gesteppt, als drber nachgedacht - und das ist mal gut so

Onur

vor 8 Jahren / 4.
Dieses Lied ist das kreativste, was ich von Herbert je gehrt habe..!
Erinnert mich ein bichen stark an "Innuendo" von Queen.
Dies Lied ist ja zweigeteilt, der dramatische ruhige Anfang und dann der 2te Teil im Stil spanischer Folklore und Klapper.
Find ich irre toll!
Es ist sehr mutig, dass Herbert musikalisch immer Neuland anstrebt!

Den Text hab ich akkustisch erst gar nicht verstanden, genau wie bei SV. Da musste ich erstmal nachlesen.
Besonders gut, dass mit dem goldenen Kalb.

JJ

vor 7 Jahren / 5.
Eine Begegnung vor ein paar Tagen geht mir nicht mehr aus dem Kopf, bzw. weniger die Begegnung selbst als das anschlieende Gesprch. Es begab sich, dass ich bei guten Freunden zum Kaffee eingeladen war, und irgendwann im Laufe des Nachmittags kam der Bruder von der einen dazu. Schon innerhalb der ersten Stze war deutlich herauszuhren, dass er fr einige Jahre als Berufssoldat geabreitet hat und nun auf Kosten der Bundeswehr seinen Realschulabschluss nachholen will.

Ein paar Augenblicke spter kam ich dann mit ihm ins Gesprch und fragte ihn, u.a. weil ich selbst vor ein paar Jahren im Kosovo war (natrlich nicht als Soldat, sondern nur im Rahmen einer privaten Urlaubsreise), ob er auch schon einen Auslandseinsatz angeboten bekam. Er begann munter draufloszuplaudern, dass er vor etwas mehr als einem Jahr von seinem sechsmonatigen Afghanistan-Einsatz zurckgekehrt ist. Ich fragte ihn, in Anbetracht meines whrend der Konzerte hinzugewonnenen Wissens: "Stimmt es eigentlich, dass die Amerikaner die Taliban in Afghanistan angesiedelt haben, um gegen die Sowjet-Union Stellung zu beziehen?" - "Ja, das haben die irgendwann vor langer Zeit mal gemacht..." - "Und nun lassem sie ihn selbst bekpfen." - "Joah, so ist das eben." - "Und fr oder gegen wen warst Du dann dort im Einsatz?" - "Wir sind Soldaten und keine Wolldaten, uns wird gesagt, wer der Feind ist, und auf den wird dann im Ernstfall geschossen. Beim letzten Mal waren es die Taliban."

Spter, nachdem er mit einem Funkeln in den Augen von ein paar selbst verursachten Sprengungen und noch mehr Schiestandanekdoten erzhlt hatte, fragte ich ihn noch, ob er auch schon mal einen Menschen gettet hat. Seine Antwort werde ich hier nicht aufschreiben, weil sie ebenso abgebrht wie menschenverachtend ist, und ich will es nicht verantworten, wenn auer mir noch andere diese Vorstellung nicht mehr aus dem Kopf bekommen, zusammenfassend kann man sagen, er hat es mehrfach bejaht.

Natrlich habe ich whrend der Unterhaltung auch an "Auf dem Feld" gedacht und die dazugehrigen Ansagen whrend der Tour - in diesem speziellen Einzelfall passt es ganz und gar nicht; von einem unendlichen Leid, das dieser Krieg ber die Beteiligten und ihre Angehrigen bringt, scheint mein neuer Bekannter nicht viel erlitten zu haben - oder aber, was ich weniger glaube, die Zeit in Afghanistan hat ihn so sehr innerlich zerschunden, dass er sich das jetzt rckblickend galgenhumormig schnredet.

Glcklicherweise habe ich auch eine ganz andere Seite menschlicher Natur erleben drfen. Seit einigen Wochen habe ich mittlerweile die groartige Gelegenheit, vergleichsweise viel Zeit mit Jugendlichen zu verbringen. Interessanterweise treffen dabei jeweils Kinder/Jugendliche aus verschiedensten Teilen der Welt aufeinander, und ich bin wirklich begeistert, schon irgendwie stolz: Vllig unbefangen sitzen bei mir teilweise Ghanaer(innen), Albaner(innen), Trk(inn)en, Belgier(innen) und Deutsche an einem Tisch und reden halbwegs vernnftig miteinander, ohne sich gegenseitig die Kpfe einzuschlagen, dieses groe Ma an Toleranz, die bei uns selbstverstndlich ist, die ist im Laufe der vergangenen Jahrhunderte im groen Sinne irgendwo auf der Strecke geblieben. Das habe ich meinen Schtzlingen auch so direkt gesagt, dass ich es wirklich toll finde, dass sie sich grtenteils nicht von irgendwelchen vorgefertigten Meinungen zurechtstutzen lassen, von einem halb-deutsch-halb-belgischen Jungen mal abgesehen, der oft Stze sagt wie: "Bezeichnen Sie mich nicht als Mischling" oder auch: "Mein Vater hat eigentlich nichts gegen Auslnder, auer wenn sie Scheie bauen" - auf meine Frage, was an einem Deutschen, der Scheie baut, "besser" sein soll, gab es keine Antwort, einmal hat er sogar zu seinen deutlich dunkelhutigeren Mitmenschen gesagt: "Hitler htte Euch alle vergast." Zum Glck ist dies der Thread zu "Auf dem Feld", sonst knnte ich jetzt noch die Gelegenheit nutzen, einiges ber "Die Hrte" zu schreiben.

Um nochmal zu "Auf dem Feld" zurckzukommen: Ich nutzte noch die Gelegenheit zu fragen, ob der Tod von Bin Laden irgendwas am Afghanistan-Krieg beendet hat. Die Antwort lautete sinngem: "Nein, da sitzt jetzt irgendein anderer Mullah an seiner Stelle und fhrt das ganze fort." Seinen Kommentar, warum es sinnvoll und richtig war, Bin Laden auf die Art und Weise auszuschalten, wie es gemacht wurde, lasse ich lieber auch aus.
 

Deine Meinung!

Wie gefällt dir Herbert Grönemeyers Song Auf dem Feld?

Bitte melde dich an, um hier einen Kommentar hinterlassen zu können.