Im Grunde habt ihr beide Recht. Horsti stellt zurecht fest, dass Herbert glasklar Stellung bezieht. Klare jas, klare neins. (z.B. ja zum Genießen des Hier und Jetzt, nein zur Ausgrenzung von Flüchtlingen). Er bekennt klar Farbe, stellt sich vor seine Meinung.
Nun ist er ja Musiker und kein politischer Redakteur. Die Möglichkeiten, sich in 3-4 Minuten Songtext, in dem die mehrfache Wiederholung des Refrains auch noch "Zeit frisst", stark zu reflektieren/differenzieren, sind sicherlich stark beschränkt. Die Frage ist auch, ob das in einen Song gehört.
Und doch tut er es mitunter! Ganz aktuell: Unser Land!
Das "vielschichtige Revier"...auf der einen Seite dieses schöne Land, es ist "leicht, hier zu sein". Aaaber "die Tücke steckt im Detail"..."stumpf, platt, wir bügeln alle Kratzer glatt".
Da wird schon bärenstark differenziert.
Die Mischung macht ihn für mich auch aus. Klare Kante, aber selbst in den Songs findet man Spuren seines Meinungsfindungsprozesses.
Grandios!