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Alt 06.01.2013, 21:35   #23
Chefkritiker
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Zitat von beenie Beitrag anzeigen
@ Chefkritiker:

Ich weiß nicht, auf welche Uni sich deine Angaben beziehen, aber bei uns ist es so, dass Klausuren grundsätzlich in der letzten Vorlesungswoche oder maximal bis zwei Wochen danach erfolgen. Lediglich Nachprüfungen für Kranke oder Durchgefallene finden dann nach der VL-freien Zeit statt.

Die VL-freie Zeit ist in naturwissenschaftlichen Studiengängen mit Praktika versehen und Geisteswissenschaftler "dürfen" Hausarbeiten schreiben.

Sicher, von den Praktika abgesehen, kann man sich seine Zeit frei einteilen, aber so luxuriös, wie du das darstellt, sieht die Realität, zumindest an meiner Uni und meinem ehemaligen Studiengang leider nicht aus.

Ich möchte nicht zwangsläufig widersprechen, aber wenn wir über unseren Tellerand schauen sollen, kannst du das auch.
So habe ich das doch auch dargestellt. Ich schrieb ja "Klausuren/wissenschaftliche Arbeiten". Mit wissenschaftlicher Arbeit meinte ich die Hausarbeiten.

Und da setzt nach wie vor meine Kritik an! Dann sind die geisteswissenschaftlichen Fächer in der Form, wie Du das beschreibst, doch ein Paradebeispiel für meine Kritik.

Die jeweiligen Studenten haben also 3 Monate (!!!) vorlesungsfrei. Darauf folgen dann eventuell zu Beginn dieser Ferien noch Klausuren. Je nachdem, wann diese liegen, hat man dann den von mir beschriebenen Gestaltungsspielraum.

Dann verbleiben demnach über 2 Monate. Und jetzt meine Frage: Für was??? 15 Seiten wissenschaftliche Arbeit? 30 Seiten???

Ich erspare mir jetzt die Beschreibung, in welchem Rahmen ich 30seitige Hausarbeiten geschrieben habe, denn das Individuum ist hierbei nebensächlich. Es geht ja schließlich um die große Masse.

Also nochmal: Über 2 Monate für 15-30 Seiten? Ohne Präsenzveranstaltungen? Und das in einem Ferienblock, der nächste steht ja 3 Monate später schon wieder in den Startlöchern.

An dieser Stelle muss man dem ein oder anderen einfach zugestehen, dass er über diese "Work-Life-Balance" ein wenig schmunzelt.

Und was bleibt diesem Geisteswissenschaftler denn am Ende seines Studiums??? 5 Jahre Theorie...schön und gut. Und dann??? Hat eine Kontaktaufnahme und -pflege mit der Arbeitswelt stattgefunden oder heißt es dann, von 0 zu beginnen?

Genau das beschreibt ja ein User hier, wenn er sagt, dass ein Studium primär das Ziel verfolgt, Theorie und Wissenschaft zu vermitteln.

Demnach ist ein solcher Studiengang ja ein isolierter Abschnitt, der während des Verlaufs keinerlei Anknüpfungspunkte zur Berufswelt herstellt. Da tun mir die Studenten solcher Studiengänge ehrlich gesagt sehr leid. Da ist dann wirklich noch sehr viel "grün" hinter den Ohren und man liefert sie für die Zeit danach ganz schön aus.

Aber ganz klar: Die Naturwissenschaftler gehen offensichtlich mit gutem Beispiel voran. Das entspricht ja in etwa dem, was ich vorschlage.

Wichtig wäre dann noch, dass die Praktika nah dran sind an der Berufspraxis und nicht aus 15 Wochenstunden Kaffe kochen besteht.

edit: Zum Thema Hausarbeiten fällt mir gerade noch etwas ein!
Ich habe mal im Radio gehört, dass eine Universität eine "Hausarbeitsnacht" in den Ferien veranstaltet hat. Da steckt finde ich sehr viel Aussagekraft dahinter.
Man verfolgt mit so etwas das Ziel, das Nötige mit dem Nützlichen/Schönen zu verbinden. So weit, so gut.
Aber Leute: Da steckt auch ganz viel studentische Ideologie dahinter! Die Nacht zum Tage machen, die nötige Disziplin mit dem Event umgehen. Und da bin ich unterm Strich einfach besorgt. Denn von dem, was danach kommt (Berufsleben) mit all der Verantwortung und nötigen Disziplin ist das meilenweit entfernt. Und natürlich betreiben die "Partystudenten" mit so einer Aktion auch ein Stück weit (negative) Imagepflege.

Im Grunde genommen ist das alles nicht mein Problem. Aber wie ich oben bereits schrieb: In viel zu vielen "Alles und Nichts-" Studiengängen werden Studenten der Zeit danach ziemlich ausgeliefert. Das kann niemandem am Allerwertesten vorbei gehen! Mir jedenfalls geht es das nicht!
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Geändert von Chefkritiker (07.01.2013 um 00:44 Uhr).
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