Mich nervt diese Ostalgie irgendwie auch. Good bye Lenin fand ich umwerfend komisch ok, aber sonst machte mir die DDR früher eher Angst.
Ich bin Familienbedingt jedes Jahr min. 1x in Berlin (West). Die Anreise mit dem Auto empfand ich schon in frühester Kindheit als Horror. Man musste minimum 10h Fahrzeit rechnen, nur wegen diesen dämlichen Grenzkontrollen. Jedesmal wenn der Pass durch diese Tunnels fuhr, hatte ich Angst, dass ich den nie wieder sehe.
Im eigentlichen 'Osten' war ich vor dem Mauerfall bis Sommer 1989 nie. Damals waren wir auf Klassenfahrt in Berlin und sind einen Tag 'rüber'. Auch da hatte ich ein mulmiges Gefühl, als Tochter eines sog. 'Geheimnisträgers' im 'Feindesland' behalten zu werden
Ich habe keine schönen Erinnerungen an die DDR. Wenn wir mit der U-Bahn zu meiner Tante fuhren (U6 Mariendorf-Tegel für die Berlinkenner), fuhren wir mitten durch Ost-Berlin. In den Bahnhöfen fuhr die U-Bahn immer im Schritt-Tempo und am schummrig beleuchteten Bahnsteig standen Soldaten mit MG im Anschlag. Kam mir irgendwie immer sehr unwirklich vor, war aber doch real.
Auf jedenfall hab ich als Kind nie verstanden, warum ich nicht durchs Brandenburger Tor gehen durfte. Ich hab mir immer gesagt, da gehst du irgendwann mal durch. Das war auch das erste, was ich 1990 gemacht hab
Manchmal erwische ich mich dabei, zu Verdrängen das da eine Grenze war. Sowas darf man niemals vergessen, denn sowas darf nie mehr wieder passieren.
Sorry für die Länge, ich könnte noch viel mehr schreiben zu dem Thema

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....will alles, erspar mir nichts; noch lange nicht kuriert; ich brauch viel mehr, viel mehr als genug....
"Ich lieb dich strubbelig!" 
Herbert: "Die zittern immer so!"
"Wo haste DEN denn getroffen?
That was you?