14.07.2003, 22:32
|
#123
|
|
scatterbrain
Registriert seit: 22.04.2001
Ort: my little corner of the world
Beiträge: 1.215
|
Zitat:
|
Zitat von grönländerin
vor einigen jahren hab ich durch ein theaterstück die texte von "fernando pessoa" entdeckt.
|
ich beneide alle leute darum, nicht ich zu sein. da mir von allen unmöglichkeiten diese stets als die allergrößte vorgekommen ist, wurde sie zu meiner täglichen begierde, zu meiner verzweiflung in allen traurigen stunden.
ich habe viel geträumt. ich bin es müde, geträumt zu haben, freilich nicht müde zu träumen. des träumens wird niemand müde, denn träumen heißt vergessen, und vergessen bedrückt nicht und ist ein schlaf ohne träume, in dem wir wach sind. in träumen habe ich alles erreicht. ich bin freilich aufgewacht, aber was macht das schon aus?
meine seele ist heute traurig bis in den körper hinein. mein ganzes ich schmerzt mich, erinnerung, augen und arme. es zieht wie ein rheumaschmerz in allem, was ich bin.
doch ich vergesse mein leid, indem ich schreibe, so wie jemand besser atmen kann, ohne dass seine krankheit vorüber wäre.
in zeiten der inneren unruhe, kann man seine zeilen nicht oft genug lesen.
__________________
fairy tales are more than true:
not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.
|
|
|