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Alt 02.05.2005, 01:54   #745
Philologin
Gast
 
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Ja, in "Ich will nicht deine Liebe, ich will nur dein Wort" ist ein wesentlicher Zug unserer Gesellschaft/Generation/Menschheit/was weiß ich/oder vieler Menschen genau ausgedrückt. Eine leise Anklage, die nicht anglagt, eher an das Gewissen appeliert. Zur gleichen Zeit ein Ausdruck der Sehnsucht nach etwas wie Liebe, so ungefähr:"Sag' mir, dass du mich liebst, auch wenn's gelogen ist. Lass mich in dieser schönen Illusion." Ich glaube, das hat er auch irgendwo gesagt, oder?
Oder auch Abgrenzung. "Bleiben wir bei den Worten, lass die Emotionen weg." Oder auch das zurückgewiesen-werden:"Ja, ich brauch dich ja, aber mit Liebe ist nichts."
Das ist ja gerade das geniale an Herberts Texten: man kann so viel hineininterpretiern.
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