Ich finde es gefährlich als Grund für die Wahlergebnisse nur in den Hartz IV-Protesten anzunehmen (oder fast nur

)
Vielmehr muss man in diesem Land wohl die komplette Politik und auch die Informationen dazu neu überdenken. Ich formuliere es aml so: "Das Bild-Niveau macht sich breit"

. Da hört man im Fernsehen wie sich Leute über die Reformen beklagen, die davon nicht betroffen sind aber der jeweilige Sender hat nicht den Anstand das richtig zu stellen. Eine unkommentierte faktisch falsche Meinung hat sicher nichts mit Aufklärung zu tun - eher mit Verklärung!
Außerdem erinnern ich mich noch an eine Kampagne der Bild, die bei RTL breitgetreten wurde - da habe ich mich schon aufgeregt

- die Leute "aus dem Leben" fragte, wie viel Geld Ihnen durch Euro, Schröder etc. im Monat denn tatsächlich fehle. Da beklagte sich ein Durchschnittsverdiener über 20 Euro im Monat - das will mir nicht in den Kopp!!! So schlecht kann es hier doch wirklich kaum einem gehen, dass er wegen 20 Euro am Hungertuch nagt - vor allem nicht ein - wie schon gesagt - Durchschnittsverdiener.
Die Kultur des Jammerns und Lamentierens nervt mich, man kann sich sicherlich ab und an beklagen, aber bitte nicht auf dem Niveau!!!
Und was auch in vielen Medien unteschätzt wird ist eine fundierte Recherche zu politischen Themen. Warum befragt man nicht öfter z.B. Politprofessoren von verschiedenen Unis und mit verschiedenen Ansichten, was für sie ein Ausweg aus - wirtschaftlichen, sozialen etc. Problemen wäre. Aber nicht so zäh wie Kaugummi, dass jeder nicht vollends politiksüchtige einschläft.
Vile private Sender liefern leichtverdauliche Berichte - aber die Themen und die Inhalte.... es ist auch möglich schwerverdauliches leicht zu erklären - das klappt schon bei den Kindern mit der "Sendung mit der Maus".
Außerdem sehe ich die "bürgerlichen" Parteien in einem Dilemma, denn sie schaffen es einfach nicht sachlich zu diskutieren. Darum kommt auch bei vielen Politsendungen alá Sabine Christiansen nichts rum. Sie streiten sich um - ich nenn' es nun mal Kleinigkeiten (im Vergleich zu einem Streit mit der NPD

) - und anstatt sich dann, wenn alle Argumente ausgetauscht sind auf einen Kompromiß oder ein "Unentschieden" zu einigen, werden Streitereien bis auf Blut weitergeführt, schließlich hasst man ja die andere Partei, denn die macht alles sooooo schlecht....
Ich hoffe, dass die Partein hier auch zu einer neuen Kultur des Gespräches in der Öffentlichkeit finden, denn auch wenn sie nicht immer einer Meinung sein müssen, sollten sie doch in der Lage sein, einen Dialog zu suchen!!!
Dann würden man dumpfen Parolen auch schneller das Wasser abgraben könne, denn Wahlkampf würde nicht mehr geführt werden, in dem man die andere Partei möglichst schlecht macht, sondern indem man
ehrlich die Pläne und Vorhaben der Partei aufzeigt. Sicherlich zeigt man dann auch "Fehler" der anderen auf, aber sachlich!!!!!
Aber leider sehe ich zur Zeit nicht, dass man einen Weg findet miteinander - nicht gegeneinander Deutschland zu gestalten . Ich hoffe, dass sich das ändert!!!

Sorry für den langen Beitrag - ich musste das mal loswerden
