Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 25.05.2011, 11:05   #85
Matti
Werde meine Sucht
 
Benutzerbild von Matti
 
Registriert seit: 09.12.2002
Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 191
Matti hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
AW: Rostock, 31.05.2011 (Dienstag)

Hier der vollständige Artikel aus der Ostseezeitung von heute


Vorhang zu: Grönemeyer singt
allein in der Bootshalle
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt und abgeschirmt wohnt Herbert Grönemeyer in der
Yachthafenresidenz Hohe Düne. Dort probt er mit Band für seinen Tourauftakt.

Endlich ist er da. Doch keiner soll es wissen. Höchste Geheimhaltung und äußerste Verschwiegenheit. Fast unbemerkt bewohnen Herbert Grönemeyer und Band die Yachthafenresidenz Hohe Düne in Warnemünde. Kein Urlaub, sondern harte Arbeit ist angesagt. Mehr als eine Woche probt Grönemeyer für sein Konzert am kommenden Dienstag im IGA-Park. Die große Bootshalle dient als umfunktionierte Konzertbühne für die täglichen Soundchecks. Klar: Grönemeyer nächtigt mit hohem Vip-Status im Fünf-Sterne-Haus. Super-Service für Super-Promi.Doch auch für ihn gilt:Ab22 Uhr ist Nachtruhe. Dann singt Grönemeyer unplugged – ohne Begleitung.
Die Halle ist gut verriegelt, meterhohe Vorhänge verhindern die Sicht ins Innere. Grönemeyer ist gut abgeschirmt. Crewmitglieder wachen an der Tür. Mehrere Mercedes-Busse, in denen Fahrer das Außengelände beobachten, stehen
vor der Halle. Jede Menge Technik ist aufgebaut. Privatkonzert für all diejenigen, die gerade in der Nähe sind. Nur zum Ende wird es leiser, als Grönemeyer die Titel der neuen CD allein probt. Es herrscht Tourstress. Kaum Luft, durchzuatmen. In Warnemünde aber nimmt sich der Sänger extra viel Zeit. Vor allem für seine Musik. Eine ganze Entourage an Bandmitgliedern, Managern und Assistenten begleitet „Gröni“. Scheinbar perfekt sind alle aufeinander
eingespielt. Fest steht: Interviews und Fotos sind unerwünscht. „Herr Grönemeyer steht für kein Gespräch zur Verfügung“, sagt sein Büroleiter, ohne zu zögern. Selbst die Hotelangestellten halten dicht. Sorgen gar dafür, dass niemand einem der erfolgreichsten deutschen Interpreten zu nahe kommt. Kein Wort, das nach außen dringt. Kaum
eine Chance, einen Blick auf den zurückgezogenen Bochumer zu werfen. Unauffällig, lässig und völlig unbeobachtet spaziert Grönemeyer durch die Hotelanlage. Er trägt eine schwarze Jogginghose, Turnschuhe und ein dunkles Shirt.
Ein Sänger ohne Starallüren und ausgefallene Sonderwünsche. Gut beschützt zwar, dennoch entspannt schlendert der Plattenmillionär täglich auf seinem Weg vom Hotel. in die Bootshalle, wo er bis in die späten Abendstunden die Titel seines Albums „Schiffsverkehr“ einsingt.Immer wieder unterbricht der Deutschrocker seine Band, vergewissert sich, ob der Sound stimmt. „Mach den Kopfhörer lauter“, ruft er seinem Tonmeister zu. Die Atmosphäre wirkt relaxt. Kein
Wunder: Jahrelange Erfahrung im Musikgeschäft und unzählige Auszeichnungen bringen eine beruhigende Routine mit sich. Leicht verschwitzt und abgekämpft geht er zu Fuß zurück zum Haupthaus. Es ist kurz vor Mitternacht.
Ein wenig Luft schnappen. Die Temperaturen in der Bootshalle scheinen hoch, denn nur wenige Stunden zuvor ordert die Crew einen Ventilator. Mit ein paar Leuten seiner Band zieht es den 55-Jährigen nach den Gesangsproben in
der Nacht zu gestern noch in die Brasserie des Hotels. Das bedeutet: Extra-Schicht für das Hotelpersonal. Denn normalerweise schließt das Restaurant mit dem französischen Charme bereits um 22 Uhr. Guter Wein und krosses Baguette stehen auf dem Tisch. Gespräche unter Musikern lassen den Tag genussvoll ausklingen.
__________________
Nur himmelhoch jauchzend
niemals betrübt..
Matti ist offline   Mit Zitat antworten