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Erfahrener Benutzer
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Ach ach ach Commodus,
mensch jetzt hab ich erst auf das andere Thema geantwortet, aber das hier ...
Ja, ich muss sagen, das stimmt reden reden reden. Mein Mitbewohner wurde letztes Jahr von seiner großen großen einzigen Liebe verlassen. Er lief nur noch mit einer Tempozupfbox rum, hat den ganzen Tag Xavier Neido (oder so ähnlich, die Doppel-CD) gehört und geweint und geweint und geredet und geredet und geweint und geweint. Es war schon schlimm, aber ich glaub das ist total wichtig, dass man sich so richtig gehen lässt, sonst schlummert die Trauer und bricht dann andermal auf.
Er hatte damals - meiner Meinung nach jedenfalls - sein ganzes Leben nur auf die eine Frau ausgerichtet und hat eigentlich überhaupt nicht selbst gelebt. Ich glaub das ist ein ganz schlimmer Fehler, denn wichtig ist, dass man egal wie sehr man jemanden liebt, sich selbst auch liebt und nicht alles alles nur auf diesen einen Menschen richtet. Ja ich glaube, dass ist ganz wichtig. Man kann jemanden lieben, aber bleibt trotzdem ein eigener Mensch und klar tut das alles weh, aber man ist ein eigener Mensch und kann weiterleben, auch wenn es weh tut. Ich glaube auch, ja das glaub ich, dass man zwar geliebt werden möchte, aber nicht der Sinn des Lebens für jemanden anderes sein möchte.
Also und die Freundin, die meinen Mitbewohner verlassen hatte, die war nachher sowas von angenervt von seinem Verhalten, anfangs hatte sie ein total schlechtes Gewissen, weil er so gelitten hat und irgendwann sprang das um, da war dann nur noch Wut und jetzt reden die beiden nicht einmal mehr mit einander. Das war bzw. ist ganz schön bescheuert, wenn man sich (jedenfalls er) erst so lieb hat und dann sowas. Aber ich bin mir sicher, das wäre anders gelaufen, wenn er nicht so so viel in ihr gesehen hätte. Er hat anfangs nur hier rumgesessen, sie könnte ja vielleicht anrufen, genauso wie vorher, nur was sie sagte und machte, das war wichtig und so ging das nachher auch noch eine ganze weile.
Aber mittlerweile ist das Vergangenheit, naja, bis die neue Freundin sich von ihm trennt. Denn er macht wieder den Fehler, dass die neue Freundin wieder so ein "auf das Podest gestellter Wahnsinnstraum" ist.
Ja, das von mir zu dem Thema, also von mir ist gut, das ist ja nur das von mir miterlebte.
Also, reden reden reden, weinen, weinen, weinen, sich gehen lassen, aber man sollte auch über sich selbst nachdenken. Warum ist das alles so wie es ist. Rückgängig machen kann man nichts mehr, aber vielleicht für die Zukunft etwas ändern. Was war mein Part bei der Geschichte, welche Fehler habe ich gemacht. Ja ich finde das wirklich dann auch wichtig um voranzukommen.
So, und nun nochmal Commodus, ich wünsch Dir wirklich ganz ganz doll, dass Du es schaffst, das Leben wieder schön zu finden. Mit einem wachen Blick in die Welt zu gehn und zu sehn, wie schön das Leben ist und wie schön es werden kann ...
Pass auf, dass Du Dich nicht in der Trauer verrennst und nicht mehr da raus kommst.
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