So , habs dann auch endlich mal zu Ende geschafft, nachdem ich diese große Buchhandlung mit T.. am Anfang schon etliche Male genervt habe, haben dies mir letzte Woche einfach mal bestellt...
Meine Meinung zu dem Buch ist, dass wenn man die ganzen Interviews so verfolgt hat, sich der Schinken durchaus auch noch lohnen kann. Es gibt immerhin immer mal wieder Stellen bei denen man stutzt und sich denkt, aha so war das damals also. Besonders die Interviews mit den früheren Wegbegleitern und auch die mit den heutigen, die sind doch sehr nett geschrieben worden. Alles in allem hat man aber das Gefühl, dass extrem darauf geachtet wurde keine negativen Seiten des Künstlers Grönemeyer auch nur ansatzweise zu zulassen. Das nervt schon ein wenig, er wird sicherlich nicht als Übermensch dargestellt, aber bei so manchem in dem Buch, denke ich mir der hätte gerne noch mehr erzählt, aber das wäre nie geschrieben worden, schätze ich..
Ansonsten finde ich es durchaus auch positiv wie der Autor das ganze angegangen ist. Da ich selber schon zweimal Bücher angefangen habe zu schreiben und damit auch andere im Umfeld begeistern konnte, weiß ich wie schwer es ist ein Thema nicht zu sehr rauszustellen oder gar zu emotional zu werden. Das gewisse Gänsehautfeeling jedenfalls, das kam bei mir in diesem Buch durchaus nicht zu kurz. Ich frier immer noch
Was sich aber irgendwie aus der Art wie der Autor das Buch aufgebaut hat rauskristalisiert ist die Tatsache dass er nun mal Musikexperte ist. Und das finde ich passt allzu oft einfach nicht da rein.
Nicht das die Passagen über die Gestaltung von CD s und die Textüberlegungen sowie die Trackingliste nicht interessant wäre aber ich finde es passt einfach allzu oft nicht an die Stellen wos im Buch steht.
Ich meine da erzählt der Autor von Anna und Herbert und im nächsten Satz versucht er da eine Barriere wieder zur CD hin zu ziehen. Das eine hat so gar nichts mit dem anderen zu tun, aber er versucht auf Krampf eine Überleitung herzuleiten.
Und das stört mich extrem an dem Buch. Ich finde es auch irgendwie merkwürdig von emotional Geschriebenen überzuleiten in allzu Banale Produzentenschwierigkeiten oder auch Plattendisskussionen.
Da ich aber hier nicht noch neue Romane verfassen will, abschließend nur eines, ich finde das Kapitel über Anna ein wunderbar gelungenes, auch wenn stellenweise eben diese Formulierungen über Anna zwischen den Plattendisskussionen und ähnlichem einfach fehl am Platze sind, so kommt doch die ganze Facettenreichheit ihrer Person zum Vorschein. Das zieht irgendwie in den Bann, das fesselt enorm an dem Buch, da möchte man einfach weiterlesen ohne das Gefühl zu haben zu intim da in was einzudringen. Denn genau das hat der Autor auch geschafft und das eigetnlich unbeabischtigt, ich meine der hatte ja auch nur die Interviews, der konnte sich auch nur auf Allgemeingut stützen und hats doch so hinbekommen, dass ich teilweise meine Gedanken so weit vertieft habe, dass ich das Buch gar nicht mehr wahrnahm und noch mal lesen musste, wegen der Intensität eben..
Mal ehrlich was bitte schön kann an diesem Buch verkehrt sein, warum will er das was da steht, und was sich ja zumeist nur auf Selbsterzähltes stützt im Vorhinein verbieten lassen. Es ist weder voyeuristisch noch sonstwie anzüglich geschrieben, es ist Herbert Grönemeyer pur. Und ich denke das kommt einfach auch rüber...
In diesem Sinne werd ich mal weiter eure Einträge verfolgen, denn es macht so einen Spaß euch einfach nur von außen disskutiern zu sehen. Ab und zu schreib ich aber auch gerne mal...