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Alt 02.07.2003, 02:13   #114
sonnenblume11
Das Leben ist wunderbar
 
Registriert seit: 30.05.2003
Ort: Bayern
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sonnenblume11 wird schon bald berühmt werden
als letztes für heut
ein gedicht zum nachdenken oder wie der titel schon sagt:
eine reise ins innere

das sind alles gedichte und märchen die mir geholfen haben während der langen krankheit mut und zuversicht oder auch zum nachdenken.

herbies lieder vorrallem auf der mensch-cd haben mir auch sehr viel kraft, mut und zuversicht gegeben (die cd hab ich rauf und runter gespielt).

Ich weiß bin jetzt vielleicht etwas melankolisch
Nehmt mirs nicht übel

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[color=darkred]DIE REISE NACH INNEN

Ganz tief in jedem Menschen versteckt, liegt ein noch gänzlich unerforschtes Land, was nur sehr wenige Menschen je betreten haben.
Eigentlich gibt es dieses Land nur in unserer Vorstellungskraft und da fängt auch schon das erste Problem an ,wer kann sich schon ein Land vorstellen, daß es noch gar nicht gibt?

Ich glaube, wenn ich einigen Erwachsenen von diesem Land erzählen würde, würden sie mich einsperren, weil alles, was nicht verständlich erscheint zerstört werden muß. Oder es wird einfach nicht darüber geredet. Aber wie könnte ich es schaffen von diesem Land nichts zu erzählen, wo es mir doch so wichtig geworden ist.
Es wäre doch toll, wenn jeder so ein Land hätte, wo er sich neue Kraft holen kann und wo nur Dinge vorhanden sind, die er sich selbst erträumt.
Aber zum Glück gibt es auch einige Erwachsene, denen man vertrauen kann und die noch selbst viel Phantasie haben.
Und so hat alles angefangen:

Eines Tages, als ich mal wieder erst sehr spät eingeschlafen war, träumte ich, ich würde von innen meinen Körper durchwandern.

Ich habe mir alles genau angesehen und es war höchst interessant.
Aber ich war nicht alleine.
An meiner Seite war ein kleiner Wicht, der sehr merkwürdig aussah. Er hatte einen relativ großen Kopf, der die Form einer Holzkugel hatte. Die Nase war ebenfalls aus Holz und ziemlich groß. Aus dem Kopf wuchsen ihm bunte Blätter, die nicht nur grün waren, sondern alle Farben hatte, die man sich nur vorstellen kann.
Er hatte große Kulleraugen, die er nach allen Seiten verdrehen konnte. Das tat er vor allem, wenn er lachte. Dann schüttelte er seinen dicken Holzkörper und steckte mich mit seinem Lachen immer wieder an, bis ich vor Bauchschmerzen bat, er solle doch aufhören zu lachen.
Er kam mir oft vor, wie eine Marionette, weil er sich so ungeschickt bewegte und immer wieder über seine eigenen Beine stolperte. Er erklärte mir alles und zum ersten Mal verstand ich, was in meinem Körper so vor sich ging.

Er sagte mir auch, wie sehr mein Wohlbefinden mit meinem Körper zusammenhängt.
Wenn ich mich nicht um meinen Körper und um meine Seele kümmern würde, würde ich auch keine Freude an ihm haben.
So richtig überzeugt war ich aber nicht von dem, was er da so sagte.
Wir gingen und gingen und überall im Körper waren kleine Treppen und Aufzüge versteckt, die nur auftauchten, wenn man einen bestimmten Knopf drückte oder eine bestimmte Stelle betrat.

Immer, wenn ich dachte, es ginge nicht weiter, wurde ich von neuem überrascht. Als wir beim Herzen ankamen, wurde ich ergriffen von dem Gefühl der Stärke und von der Liebe, die von dort ausgingen. Es erstrahlte förmlich alles. Was mich aber verwunderte, war, daß nicht alle Strahlen nach außen durchdrangen. An einigen Stellen schien so etwas wie eine unsichtbare Mauer zu sein, wo die Strahlen nicht durchkamen.

Holzkopf erklärte, das wären meine Ängste, die die Strahlen zurückhalten würden.
Früher war diese Mauer wohl so dicht, daß die Lebewesen hier Angst hatten, daß das Herz platzen würde, weil es so viel Liebe und Kraft hatte, die nicht benutzt werden konnte.

Ich fragte, von welchen Lebewesen er sprach, aber er gab mir keine Antwort. Das verwirrte mich sehr, aber später begriff ich, daß alles zu seinem richtigen Zeitpunkt passieren mußte.
Zu frühe Erklärungen hätten mich nur noch mehr verwirrt...

Wir gingen also weiter, weil Holzkopf sagte, er wolle mir noch etwas ganz wichtiges zeigen.

Wir kamen zum Bauch und er erklärte mir, daß sich jedesmal, wenn ich Ärger hätte und meine Wut nicht herauslassen würde, kleine Bläschen bilden würden und immer größer und größer wurden, bis sie schließlich platzten. Er sagte, es sei schon viel besser geworden, denn vor einiger Zeit noch, mußten die Lebewesen hier noch mit Ohrenschützern herumlaufen, weil sie den Lärm nicht aushalten konnten, den die platzenden Blasen verursachten.

Auf einmal verstand ich meine vielen Bauchschmerzen!
Aber halt - schon wieder hatte der Holzkopf etwas über Lebewesen gesagt. Was sollte denn der Unsinn, als wenn es so etwas in meinem Körper geben würde.
Der Gedanke war mir unheimlich. Wer weiß, was das für Gestalten waren? Was wäre denn, wenn die gefährlich wären?

Bei diesen ganzen Gedanken merkte ich gar nicht, daß wir wieder beim Herzen angekommen waren. Der Holzkopf fing plötzlich laut an zu lachen und sagte, ich solle doch nicht eine solche Angst haben, schließlich sei dies mein Traum und es würde doch nur das passieren, was ich mir erträumte.

Wie konnte ich das nur vergessen? Das alles erschien mir so real!

Plötzlich sammelten sich die ganzen Strahlen des Herzens auf der Stelle, auf der wir standen und es durchströmte mich eine Wärme, die ich vorher nicht gekannt hatte und meine Ängste waren wie weggeblasen.
Ich schloß die Augen, weil das Licht so grell war und spürte, wie ich immer leichter wurde und in das Licht hineingeschleudert wurde.
Ich ließ mich ganz auf das Licht ein und je entspannter ich war, desto mehr konnte ich diese ungewöhnliche Situation genießen.
Auf einmal hatte ich das Gefühl, wieder Boden unter den Füßen zu haben und ich hatte schon damit gerechnet, daß der Traum zu ende war, aber als ich die Augen öffnete, konnte ich nur noch staunen.

Über mir war so ein blauer Himmel, wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Es war hellichter Tag und ich konnte tatsächlich einen riesengroßen Regenbogen am Himmel sehen und funkelnde goldene Sterne, die mit der Sonne um die Wette funkelten. Rings um mich herum war eine große blühende Wiese, auf der verschiedene Wesen ein Picknick abzuhielten schienen.
Es schien auch niemanden zu verwundern, daß ich dort auf einmal auftauchte, schließlich war es ja mein Traum und in jedem Augenblick erfand meine Phantasie die Dinge, die grade passierten.
Als ich mich umdrehte, konnte ich vor erstaunen nicht mehr klar denken.
Vor mir lag das Meer der 1000 Wünsche.
Sogar einen Hafen gab es, an dem kleine pilzartig aussehende Wesen arbeiteten.
Die Schiffe, die im Hafen lagen, sahen gigantisch aus und jedes einzelne hatte andere Schnitzereien und Holzfiguren - wie in einem riesigen Museum.

Holzkopf holte mich aus meinem Schweigen schließlich heraus und fragte mich, warum ich denn so dumm herumstehen würde? Das sei doch meine Welt und ich könnte tun was ich wollte.

Als erstes wollte ich ans Wasser, denn in meinem Meer gab es Delphine und Haie und es war ganz ungefährlich darin zu schwimmen und zu tauchen.
Außerdem konnte ich unter Wasser atmen.
Ich konnte mich sogar mit den Tieren unterhalten und sie sagten mir, daß sie froh sind, daß sie im Meer der 1000 Wünsche leben dürften, denn wenn ich mir dieses nicht erträumt hätte, dann müßten sie auf der Erde leben und jeder weiß doch, wie schlecht die Menschen mit den Tieren umgehen.
Als ich wieder auftauchte, hörte ich hinter mir ein komisches Geräusch und da war doch tatsächlich ein wunderschöner Wasserfall, auf dem einige Wesen in kleinen Ringen saßen und den Wasserfall herunterplumpsten.
Man könnte meinen, sie hätten sich wehgetan, aber als sie wieder auftauchten, lachten sie laut vor Freude und machten sich auf den Weg nach oben. Dieser Wasserfall war etwas ganz besonderes, denn es gab keinen Fluß, dem er entsprang, sondern es waren meine schönen Gefühle, die ihn entstehen ließen.
Es sah so aus, als würde er aus dem Nichts entspringen, weil er keinen richtigen Anfang hatte. Eine schmale Wendeltreppe führte zum Anfang des Wasserfalls und auch ich konnte es mir nicht entgehen lassen, mich in einen Reifen zu setzen und herunterzusausen in das angenehm warme Wasser.

Eine Zeitlang bin ich nur so herumgeschwommen und die Delphine sind über mich drübergesprungen, bis ich wieder das Gefühl hatte, Boden unter den Füßen zu haben.

Eine Insel schoß mitten aus dem Meer heraus und eh ich mich versah, stand ich schon mitten im tiefsten Dschungel. Aber auch das war kein gewöhnlicher Dschungel. Es gab zwar viele Tiere, die man auf der Erde als gefährlich bezeichnen würde, aber hier ließen sich Tiger und Löwen streicheln.
Ich konnte auf Elefanten reiten und Giraffen hoben mich bis in den Himmel.
Hier gab es vielerlei Arten von Tieren und Wesen, die meine Sprache sprechen konnten und die mir viel über die Menschen auf der Erde erzählten, über das, was sie sein wollten und über das, was sie nach außen hin zeigten.

Sie sagten mir, daß es wichtig sei, an meine Träume zu glauben und das ich mich um nichts auf der Welt davon abbringen lassen soll, meine Träume zu verwirklichen.
Sie sind es schließlich, die das Leben so lebenswert machen.
Träume hat jeder Mensch, aber nur sehr wenige sind in der Lage, sie auch zu leben.

Ich dachte lange über diese Worte nach und kam zu dem Entschluß, daß sie recht haben mußten, denn warum sonst fühlte ich mich in meinem Traum so glücklich?
Ich fragte Holzkopf, der die ganze Zeit nicht von meiner Seite wich, woher diese Tiere soviel innere Ruhe und Weisheit hatten und er sagte, daß wäre meine eigene Ruhe, die ich mir so sehr gewünscht hatte.
Die Tiere hatten mir gezeigt, was ich erreichen kann, wenn ich wirklich den Willen dazu habe.

Ich wußte nicht so recht, wie ich diesen Willen zeigen und umsetzen sollte, aber Holzkopf sagte dazu nur: "Sei Du selbst und träume!"

Leider war es schon fast Zeit aufzuwachen und ich fragte Holzkopf, ob es denn nicht möglich wäre, daß ich für immer in meinen Träumen leben könnte und er meinte, dies wäre wohl möglich, aber auf die Dauer würde mich das sehr unzufrieden machen, weil mir die Menschen, die ich sehr gerne habe, fehlen würden.
Das einzige, was im Traumland nämlich nicht möglich sei, ist Menschen dorthin mitzunehmen.

Und das wäre auch bei den Menschen das schwierigste: zu beweisen, daß es dieses Traumland wirklich gibt und auch daran zu glauben, wenn es von vielen Leuten belächelt wird.

Es gibt aber auch einige, die Holzkopf kennen, vielleicht als Vogel, als Pferd oder als Engel, es gibt unzählige Möglichkeiten, aber sie kennen ihn und sie wissen, daß ich die Wahrheit sage, wenn ich von diesem Land erzähle.

Und vielleicht gelingt es uns allen zusammen, für unsere Träume zu kämpfen und sie gemeinsam zu leben, jeder auf seine Art.

Als ich am nächsten Tag aufwachte, dachte ich wehmütig an die letzte Nacht, aber ich freute mich auch darauf, anderen davon zu erzählen, auch wenn sie mich für verrückt halten würden. [/color]

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macht weiter so.
ich bin erst neu hier, es richtig gut wie IHr euch hier unterstützt und austauscht.
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