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Das Gemeinsame ist längst da! (2026)
HERBs
AUS DER FEDER VON HERBERT GRÖNEMEYER 23. September, 2026 Ein leichtes Hallo, der Spätsommer schleicht sich ein und wir schauen voraus in den Herbst, aber auch zurück in ein geballtes Jahr und ich könnte mir vorstellen, viele wundern sich, was da alles so durcheinander flog. Wir haben das Jahr begonnen mit dem zweiten Teil unserer MITTENDRIN UNPLUGGED TOUR mit Chor, Orchester, Bläsern und meiner tollen Band. Diese Idee – und auch in der Mitte zu spielen – in dieser Konstellation ist zu unserer eigenen Verblüffung wunderbar aufgegangen und wir waren zusätzlich überrannt und überwältigt von der so herzlichen Zustimmung von euch. Ein französischer Freund von mir, der noch nie bei einem unserer Konzerte war und den ich auch erst am Morgen des Gigs zwei Tickets schenkte, weil wir uns nach langer Zeit zufällig trafen – er wusste auch nicht so genau, was ich eigentlich mache und hört auch nicht unsere Musik – fasste nach dem Abend in Berlin seine Eindrücke so zusammen: „Wenn ich diese Menschen sehe aus allen Schichten und Altersgruppen, wie sie miteinander feiern und welche einzigartige Atmosphäre sie gemeinsam kreieren, wenn so wie dieses Zusammenspiel die Zukunft in Deutschland aussieht, dann bin ich frohen Mutes und voller Zuversicht. Davon war ich sehr beeindruckt.“ Diese Sicht fand ich sehr schön. Aus dieser Zuwendung des Publikums schöpfe ich auch immer wieder meinen Mut, sie stärkt meinen Blick nach vorn. Sie tankt mich und uns auf. An die Tour schloss sich eine zweimonatige Reise durch Sachsen-Anhalt an, als Beginn einer langen Fahrt durch ganz Deutschland, um Menschen zu treffen, die vor Ort, besonders in kleineren Gemeinden versuchen mit ihrer Initiative, Bürgerinnen und Bürger zusammenzubringen, sie zum Austausch zu motivieren, die Kultur anzuschieben, Konzerte zu veranstalten, um die Demokratie zu erfrischen und zu stabilisieren. Die Wucht und Zuversicht, ihr Einsatzwillen, ihr Humor, Klugheit und Fantasie, ihr Stehvermögen und ihre Unerschütterlichkeit haben uns schwer beeindruckt und auch uns wiederum beflügelt. Es gibt von diesen Gestalterinnen und Gestaltern wohl um die 800 in Deutschland. Diese gilt es zu unterstützen und sichtbar zu machen und darüber hinaus auch von ihnen zu lernen. Das ist unser Plan für die weiteren Jahre. In diesem Zusammenhang haben wir auch zwölf Chöre in verschiedenen Orten besucht und kennengelernt, u.a. Kinderchöre, Schulchöre, Kirchenchöre, Popchöre, Männerchöre von außerordentlichen Qualität und haben mit ihnen gesungen, mit ihnen uns ausgetauscht und sie dann eingeladen zu einem gemeinsamen Abschlusskonzert im Magdeburger Dom. Uns geht es als Gruppe aus der Zivilgesellschaft #GemeinsameSache um einen Aufbruch, einmal auf all diese wunderbaren Gestalterinnen und Gestalter hinzuweisen, sie in den Fokus zu rücken und dann besonders auch daran mitzuwirken, dass wir alle hier in Deutschland, Menschen aller Geschlechter, Herkünften und Orientierungen, weiter zusammenrücken und uns mehr füreinander interessieren, uns zuhören, auf uns gegenseitig aufpassen und uns gegenseitig respektieren und beschützen. In Zeiten, wo in vielen Hinterzimmern, Denkfabriken und gemein listigen Kellern daran getüftelt wird, wie zerteilen wir in Deutschland die Gesellschaft, wie teilen wir sie auf in Menschen mehrerer Klassen, wie jagen wir ihnen Angst ein, wie zerlegen wir die Demokratie und wie vernichten wir die Verfassung, wie verhöhnen wir das Grundgesetz, ist unser aller Wachheit gefragt. Hier wird heimlich, stetig und gezielt an der Zerstörung unserer Gesellschaftsgrundlage, der Menschenrechte, alle Menschen sind gleich, geschustert. Daher ist es so wichtig in dieser Phase von defekten Menschlichkeiten, konfuser Weltlage, komplexer Kriege und sozialer Herausforderungen die Ruhe zu bewahren, gelassen, besorgt, aber nicht ängstlich, fest und voller Haltung zusammenzurücken, sich von den so vielen mannigfaltigen und tollen Gegenübern anstecken, erfreuen und mitreissen zu lassen, sich gegenseitig zu verteidigen, für Minderheiten einzustehen und klar und unmissverständlich sich gegen jede Art von Ausgrenzung, Diffamierung und verbaler Wut, Haltung zu beziehen und sich zu stellen. Vielleicht war uns nie so richtig klar, wie sehr eine jede und ein jeder von uns in der Verantwortung steht und darin steckt eine grosse Schönheit und ein enormer Zukunftszug und eine Kraft ihren/seinen Anteil für ein besseres Verhältnis und Verständnis füreinander beizutragen, damit daraus ein frischeres, engeres, leichteres Wir wird. Das ist das, wo wir als #GemeinsameSache mitwirken wollen und wo wir uns den Kopf machen, wie so was besser werden könnte. Lasst uns übereinander wundern, uns füreinander begeistern und uns stetig und unaufhörlich zusammenrenken. Da kann die Zukunft und unser Land sich schon mal vorfreuen und luftig anziehen. Ab in die Zukunft und in voller Wucht in den Herbst, Herzliche Grüsse – Euer Herbert
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