Herbert Grönemeyer Forum

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Schneewittchen 31.01.2004 15:10

Wir sind Helden :) - wirklich ein wunderschönes Lied. Genau wie dieses...

Du erkennst mich nicht wieder
Du erkennst mich nicht wieder
Allein
Mein Gesicht sei noch gleich
Und du weißt nicht ob das reicht
Um nicht alleine zu sein

Du erkennst mich nicht wieder
Unerkannt
bin ich die halbe Nacht
noch um die Häuser gerannt

Ich erkenn hier nichts wieder
Alles müde und alt
und ich male uns beide
als Umriss aus Kreide
auf den Asphalt

Du erkennst mich nicht wieder
Unerkannt
hab ich dann drüben im Park
meine Kleider verbrannt

Ich erkenn mich nicht wieder
Nur mein Herz das noch schlägt
Und ich hebe die Arme
um zu sehen ob die warme
Nachtluft mich trägt

Du erkennst mich nicht wieder
Unerkannt
flieg ich ans Ende der Stadt
ans Ende der Welt
und über den Rand...

junimond 02.02.2004 10:05

hm..nach meiner denkmal-euphorie hab ich mich letzte woche mal durch die "reklamation" gehört. haben muss ich sie nicht, sind aber schon ein paar schöne sachen dabei..-die zeit heilt alle wunder. find ich besonders schön. höre ich jetzt immer während meiner surferei..-hat mich an zeilen von j.gaarder erinnert..(zu finden in seinem seltenen vogel, den ich nie bis zum schluss gelesen habe :roll: )..-an seine worte von magischen jahren und einer rätselhaften und wundervollen welt, die man anfangs-als kind..- noch als eine solche 'begreift' mit großen staunenden augen, aber je älter man wird, den blick und den sinn für dieses wunder welt verliert.."wenn wunder sich am laufenden band ereignen, dann müssen sie uns am ende gleichgültig sein."

GlitzerndesMeer 06.02.2004 21:53

Nicht nichts ohne dich, aber nicht dasselbe.
Nicht nichts ohne dich, aber vielleicht weniger.
Nicht nichts, aber weniger und weniger.
Vielleicht nicht nichts ohne dich, aber nicht mehr viel.


(E. Fried)

miamoto 10.02.2004 13:59

Manchmal wünschte ich mir,
ich würde weniger geliebt werden,
und nicht so viele Menschen hätten
eine viel zu hohe Meinung von mir.

Wenn Sie nur wüssten,
was ich sie nicht wissen lasse,
wie es in mir aussieht
und wie verachtenswert ich wirklich bin.

Wenn sie sehen könnten,
was ich mache,
sobald sie mir den Rücken zukehren,
wie ich sie verrate.

Warum liebt mich jemand,
der genau weiss,
das ich ihn verletzt habe
und es wieder tun werde?

Warum können sie nicht sehen,
was ich wirklich bin,
mich hassen
und mir den Abschied einfacher machen?

Schneewittchen 11.02.2004 17:04

das von miamoto gefällt mir gut. Von wem stammt es?

miamoto 11.02.2004 20:26

weiss ich leider nicht! :?

edit: ach was solls... is marke eigenbau :wink:

grenzwertig 23.02.2004 19:52

ach komm @miamoto, das wünschst du dir nicht wirklich :wink:
-------

l i e b e
l i e g e
l u e g e

Laurel 29.02.2004 21:12

du hast mir das lachen gezeigt,
hast mich vom stillstand befreit.
du hast mir geborgenheit gegeben,
hast mir gezeigt,
wie es ist zu leben.
du hast in mir die zuversicht geweckt,
hast meine verborgenen talente entdeckt
und dafür liebe ich dich.

von siegfried maier

jona 29.02.2004 21:48

"Als ich dich schlug
strichst du mir sanft über die wange
als ich dich kratzte-
der kuss von dir war so zärtlich
ich stand mit dem messer vor dir
du mit einer rose
ich raubte dich aus
du gabst mir noch dein erbe

nun stehe ich hier
und es tut mir unendlich leid
das ich elend immer noch lebe
einmal schon habe ich diesen sturz überlebt
das wasser fing mich auf
diesmal nicht
der asphalt wird mein unreines
herz zerschmettern
so wie ich deines zernitten habe

tschüss, mein schatz
Ps: sag en kindern nen schönen gruß"


das ist der abschiedsbrief eines gutn freundes an seine frau.
irgendwie muss ich immer heulen, wenn ich ihn lese...

bye,
jona

Britta1807 01.03.2004 16:35

Wäre es uns möglich, weiter zu sehen,
als unser Wissen reicht, vielleicht
würden wir dann unsere Traurigkeiten
mit größerem Vertrauen ertragen als
unsere Freuden.


Rainer Maria Rilke

grenzwertig 09.03.2004 23:39

@ britta: ah schön !

für einen

die andren sind das weite meer.du aber bist der hafen.
so glaube mir: kannst ruhig schlafen.ich steure immer wieder her.
denn all die stürme die mich trafen, sie liessen meine segel leer.
die anderen sind das bunte meer, du aber bist der hafen.
du bist der leuchtturm.letztes ziel.kannst ruhig schlafen.
die andern das ist wellenspiel, du aber bist der hafen.

mascha kaleko

(wellenspiel..grenzwertige sache 8) )

kontero 11.03.2004 09:34

resolution | bert brecht

In Erwägung unserer Schwäche machtet
Ihr Gesetze, die uns knechten solln.
Die Gesetze seien künftig nicht beachtet
In Erwägung, dass wir nicht mehr Knecht sein wolln.
In Erwägung, dass ihr uns dann eben
Mit Gewehren und Kanonen droht
Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
Mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, dass wir hungrig bleiben
Wenn wir dulden, dass ihr uns bestehlt
Wollen wir mal feststellen, dass nur Fensterscheiben
Uns vom guten Brote trennen, das uns fehlt.
In Erwägung, dass ihr uns dann eben
Mit Gewehren und Kanonen droht
Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
Mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, dass da Häuser stehen
Während ihr uns ohne Bleibe lasst
Haben wir beschlossen, jetzt dort einzuziehen
Weil es uns in unsern Löchern nicht mehr passt.
In Erwägung, dass ihr uns dann eben
Mit Gewehren und Kanonen droht
Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
Mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung: es gibt zuviel Kohlen
Während es uns ohne Kohlen friert
Haben wir beschlossen, sie uns jetzt zu holen
In Erwägung, dass es uns dann warm sein wird.
In Erwägung, dass ihr uns dann eben
Mit Gewehren und Kanonen droht
Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
Mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung: es will euch nicht glücken
Uns zu schaffen einen guten Lohn
Übernehmen wir jetzt selber die Fabriken
In Erwägung: ohne euch reicht's für uns schon.
In Erwägung, dass ihr uns dann eben
Mit Gewehren und Kanonen droht
Haben wir beschlossen, nunmehr schlechtes Leben
Mehr zu fürchten als den Tod.

In Erwägung, dass wir der Regierung
Was sie immer auch verspricht, nicht traun
Haben wir beschlossen, unter eigner Führung
Uns nunmehr ein gutes Leben aufzubaun.
In Erwägung: ihr hört auf Kanonen
-Andre Sprache könnt ihr nicht verstehn-
Müssen wir dann eben, ja, das wird sich lohnen!
Die Kanonen auf euch drehn!

wurde ende der 20'er jahre geschrieben... und ist irgendwie immernoch aktuell :?

Luxus 17.03.2004 14:33


Ich bin ein Baum,
bin ein Baum mit zwei Stämmen.
Ja, ja: mit zwei Stämmen!
Das verstehst Du nicht?
Ich bin ein Baum
und habe nur eine Wurzel,
eine Wurzel dort, wo ich geboren bin.

Du willst, daß ich immer grün bleibe,
willst mich biegsam wie eine Weide
oder blühend wie eine Linde?
- Aber ich bin ein anderer Baum
und habe zwei Stämme.
Sie sind nicht gleich -
können nicht gleich sein.

Es ist schön und doch schwer,
zwei Seelen zu haben.
- Du willst, daß ich eine wähle,
Nur eine Seele?
Aber schau dir diesen Baum an,
wie lebendig er ist, wie harmonisch!

Und nun stell dir vor,
ein Stamm würde abgeschnitten.
Wie verletzbar müßte er sein,
mein Baum.
Nein, ich möchte keinen Stamm verlieren,
ich will ich bleiben...
und weiterwalzen.

Denke nicht, ich stelle mich über die anderen.
Nein, ich bin ein Baum unter vielen;
nur ein wenig anders:

Eine Wurzel, ein Herz...
aber zwei Seelen.

GlitzerndesMeer 26.03.2004 01:40

Deine Signatur gefällt mir, grö.. :)

Zitat:

ERST NACHDEM WIR ALLES VERLOREN HABEN,
HABEN WIR DIE FREIHEIT ALLES ZU TUN.


--Tyler Durden--

grenzwertig 28.03.2004 16:17

der blumengarten

am see, tief zwischen tann und silberpappel
beschirmt von mauer und gesträuch ein garten
so weise angelegt mit monatlichen blumen
dass er vom märz bis zum oktober blüht

hier in der früh, nicht allzu häufig, sitz ich
und wünsche mir, auch ich mög allezeit
in den verschiedenen wettern, guten, schlechten
dies oder jenes angenehme zeigen.

bertolt brecht

auch wenn sich s teilweise wie ein schlagertext anhört..es ist doch sehr ok :wink:

junimond 11.04.2004 17:08

die sonne steht so tief und sie wärmt nicht mehr.
den namen, den ich rief, hörst du längst nicht mehr.
mich binden die gedanken an.
es hörte auf, eh es begann.
was mir den atem nimmt, ist ein schuldgefühl.
ich weiß, dass das nicht stimmt, doch das hilft nicht viel.
und alles ringsumher bleibt stumm.
es bleibt zum schluss nur noch "warum".

wenn eine hoffnung stirbt und alles in dir kälter wird,
dann bleibt dir selbst nicht mal die traurigkeit.
wenn alles sinnlos scheint,
das leben ist dein größter feind,
dann hilft dir auch nicht einmal mehr die zeit,

auch nicht die zeit.

(es bleibt nur warum, bleibt nur warum, bleibt nur warum.....)


[aus "tabaluga & lilli"]

Luxus 14.04.2004 14:34

Dein Bild in den Spätnachrichten,
Wimmernder, sterbender Soldat.
Eine Zahl in den Kriegsberichten,
Ein Rädchen im Kriegsapparat,
Für einen Schachzug zerschossen
Und für ein Planquadrat im Sand,
Für einen Wahn hast du dein Blut vergossen
Und immer für irgendein gottverdammtes Vaterland!

Wann ist Frieden,
Endlich Frieden,
Wann ist Frieden, endlich Frieden und all das Elend vorbei!
Wann ist Frieden,
Endlich Frieden,
Wann ist Frieden, endlich Frieden und das Ende der Barbarei!

Vielleicht sechs oder sieben Jahre,
Von Granatsplittern verletzt
Im Flur ein Kind auf einer Bahre,
Ein leises Weinen nur zuletzt.
So sieht es aus, das Bild des Sieges,
Und alle wissen es nur zu gut!Und den Preis zahl‘n die Kinder des Krieges
Von Belfast bis Soweto, von Sarajevo bis Beirut.

Ruhmsüchtiger Kriegsminister,
Ehrgeiz‘ger, greiser General
Und eure Mordgeschwister,
Ihr Handlanger im Arsenal:
Habt ihr niemals diese Visionen?
Und ihr da im Rüstungskonzern:
Sie sterben durch eure Kanonen,
Und es klebt Blut an euren saubren Händen, ihr sogenanntenehrenwerten Herrn!

Wenn die Kriegsherrn im Nadelstreifen,
Die wahren Schuldigen geächtet sind,
Wenn Soldaten endlich begreifen,
Daß sie potentielle Tote sind.
Wenn von Politikerversprechen
Sich nur dieses erfüllt von all‘n,
Wird eine bessere Zeit anbrechen,
Denn: „Wer noch einmal eine Waffe in die Hand nimmt, dem soll die Hand abfall‘n!“

Wann ist Frieden,
Endlich Frieden,
Wann ist Frieden, endlich Frieden und all das Elend vorbei!
Wann ist Frieden,
Endlich Frieden,
Wann ist Frieden, endlich Frieden und das Ende der Barbarei!


R. Mey

neuländerin 14.04.2004 16:02

hab grad mal bissel im heinz erhardt-archiv gestöbert....

(das erste sozusagen aus nachträglich aktuellem anlass :wink:)
Ein Ostergedicht
Wer ahnte, daß zum Weihnachtsfest
Cornelia mich sitzenläßt?
Das war noch nichts: zu Ostern jetzt
hat sie mich abermals versetzt!
Nun freu ich mich auf Pfingsten -
nicht im geringsten!

Schimpfe nicht ...
Schimpfe nicht auf Sozialisten -
oder auf Nationalisten -
oder gar auf Klerikale -
und auch nicht auf Liberale !
Schimpf nicht auf die Kaisertreuen -
oder auf die Neo-Neuen - -
schimpfe nur auf jene, die's
Land regiern, als könnten sie's !

In eigner Sache
Ich häng oft den Gedanken nach,
die teilweis stürmisch, teils gemach
die Gänge meines Hirns erfüllen.
Doch denken kann ich nur im Stillen.
Im Wald zum Beispiel ! Zwischen Bäumen,
dort kann ich dichten, kann ich träumen.
In Gegenwart von Baum und Tier,
da kommen die Gedanken mir.
Allein, inmitten jener Wesen,
die schreiben können und auch lesen,
die lieben könnten, doch nur hassen,
fällt mir nichts ein, da muß ich passen !

Wahrheit
Die schlechtesten Bücher sind es nicht,
an denen Würmer nagen,
die schlechtesten Nasen sind es nicht,
die eine Brille tragen.
Die schlechtesten Menschen sind es nicht,
die dir die Wahrheit sagen.

Der Spatz
Es war einmal ein grauer Spatz,
der saß ganz oben auf dem Dache,
und unten hielt die Mietzekatz
schon seit geraumer Weile Wache.
Da sagte sich das Spätzlein keck:
"Mich kann das Biest nicht überlisten!"
Bums, kam ein Habicht um die Eck
und holte sich den Optimisten. -
So kann es allen denen gehn,
die glauben, nur sie wärn die Schlauen.
Man darf nicht nur nach unten sehn,
man muß auch mal nach oben schauen!

Vierzeiler ohne Überschrift
Mal trumpft man auf, mal hält man stille,
mal muß man kalt sein wie ein Lurch,
des Menschen Leben gleicht der Brille:
man macht viel durch !

Vierzeiler ohne Überschrift
Es dürfte keine Steuern geben,
kein Zahnweh, keine Schützengräben,
dann wär auf dieser Welt das Leben
vielleicht noch schöner als wie eben!

http://www.heinzerhardt.com/ :)

groenlandi 07.05.2004 14:43

Genug oft, dass zwei Menschen sich berühren,
- nicht leiblich, geistig nur - dass sie sich "sehn",
dass sie sich einmal gegenüberstehn -
um sich danach auf immer zu verlieren.

Genug oft, dass ein Lächeln zweier Seelen
vermählt - oh nicht vermählt! Nur dies: sie führt,
so voreinander schweigend und erschüttert,
dass ihnen alle Wort' und Wünsche fehlen,
und jede, unaussprechlich angerührt,
nur tief vom Zittern der verwandten zittert.


Christian Morgenstern

GlitzerndesMeer 07.05.2004 15:06

Der Sehnsucht nach dem Anderswo
kannst du wohl nie entrinnen:
Nach drinnen, wenn du draußen bist,
nach draußen, bist du drinnen.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Die Nacht,
In der
Das Fürchten
Wohnt,

Hat auch
Die Sterne
Und den
Mond.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Ich gehe wieder auf Reisen
Mit meiner leisen
Gefährtin, der Einsamkeit.

Wir bleiben zu zweien einsam
Und haben nichts weiter gemeinsam
Als diese Gemeinsamkeit.

Die Fremde ist Tröstung und Trauer
Und Täuschung wie alles. Von Dauer
Scheint Traum nur und Einsamkeit.


(Mascha Kaléko)

groenlandi 07.05.2004 15:37

Mondnacht


Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.



Joseph von Eichendorff

GlitzerndesMeer 07.05.2004 22:48

Ich könnte mich immer in Tränen auflösen bei diesem Gedicht. Ist eins der schönsten, die es überhaupt gibt.

grenzwertig 22.05.2004 21:10

die liebe ist ein kind der ewigkeit.sie verwischt die erinnerung an den anfang und nimmt die angst vor dem ende.
(stael-holstein)

junimond 03.06.2004 10:45

wer auf sein elend tritt, steht höher. hölderlin

Luxus 19.07.2004 17:35

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Sterne und Träume

Weißt Du noch, wie ich Dir die Sterne vom Himmel holen wollte,
um uns einen Traum zu erfüllen?
Aber Du meintest, sie hingen viel zu hoch ...!
Gestern streckte ich mich zufällig dem Himmel entgegen,
und ein Stern fiel in meine Hand hinein.
Er war noch warm und zeigte mir,
daß Träume vielleicht nicht sofort
in Erfüllung gehen; aber irgendwann ...?! :)


Lyricmaster 16.08.2004 14:31

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Es ist das Herz, das schenkt.
Hände geben nur her.
(aus Afrika)

sonnenblume11 21.08.2004 23:14

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Hallo IHr lieben,

ich will euch mit diesem geschriebenen gedicht von mir nicht betrüben...

ich hab es dieses jahr geschrieben als es mir ganz ganz dreckig ging im krankenhaus zwischen den therapien und bestrahlungen und ich nicht wußte wie es weiter gehen soll

mittlerweile dichte ich wieder viel viel hoffnungsvoller..
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1. Teil

DER WEG ist so weit so weit

der weg auf dem ich geh ist steinig und lang
wie eine wüste trocken ohne wasser die einen tränkt
sie hinterläßt die spuren im sand und
wenn der wind aufkommt verwischt er sie schnell
mich durstest auf meinem weg nach liebe, geborgenheit, sicherheit
die mir keiner geben kann,
denn mein weg ist so weit...
ich würd gern aufwachen auf meinem bösen traum,
doch es ist kein traum - es ist wirklichkeit...
es gibt ein zurück, es gibt keine hoffnung,
wer weiß wohin mich der weg führt - in eine zukunft ohne........
wohin trägt mich dieser weg

wo ist das lachen für meine seele
wo ist das schöne geblieben,
das die seele nährt und tränkt
wo ist es geblieben....
es gibt nur schmerz und leid
wo ist es geblieben das die seele nährt...

die gedanken sich kreisen in der not
die gedanken sich kreisen über den tod
die gedanken sich tragen mit schwermut

es gibt kein tag,
es gibt keine nacht
wo ist die sonn geblieben,
die lacht in mein herz..

wo ist geblieben die sehnsucht und die hoffnung
wo ist geblieben der augenblick der alles erhellt

ist es zeit zu gehn
ist es zeit, adjö zu sagn
ist es zeit, sich von allen zu verabschieden

ich bin müde geworden
es ist zu spürn die dunkelheit
es ist zu sprün die schatten des lebens
es ist zu spürn der schmerz
ist es wirklich zeit schon zu gehn..
wo ist das leben geblieben....

halt mich
halt mich ganz fest in deinem arm
halt mich das verschwindet die dunkelheit
halt mich um die wärme und geborgenheit zu spürn
halt mich um einen Halt zu haben, damit ich diesen nicht verlier
halt mich unendlich lange und laß mich nicht mehr los...
halt mich, du bist der fels in der brandung
halt mich, du gibst miir kraft, hoffnung
halt mich, damit das schiff nicht läuft auf brandung auf hoher see

hörst du meine stillen schreie
hörst du meine stillen gedanken
hörst du meine angst, die in mir steigt immer mehr..
hörst du meine endlosen fragen, die nie enden wollen..

hörst du meine sprachlosigkeit,
die nicht findet ihre sprache..

hörst du meine chaos in mir,
das nicht findet einen weg aus dem chaos

wie gern würd ich schrein,
doch ich die stimme versagt
sie hat keine worte mehr

ich warte und warte
doch das schicksal meint es nicht gut mit mir

ich warte und warte
das ein wunder geschieht

ich warte auf ein licht
das kommt um mich zu befrein
doch warum läßt es mich so lang drauf warten..

ich warte und warte
das das böse läßt ab von mir
doch es kommt und kommt nicht

ich lebe, aber wie
ich lebe in der dunkelheit
ich lebe, aber wie noch..
wo ist es geblieben das leben --wo????

wo ist geblieben, das glücklichsein.
es hat sich gelegt wie der tau im nebel
es sich ausruht, lange lange,
wo ist es geblieben
wo bleibt es, ich hab nicht mehr viel zeit.
die zeit vergeht zu schnell um zu warten, die mir noch bleibt

es schreitet voran mit schnellen schritten
wenn ich nur könnt,
wenn ich nur könnt die zeit halten an
wenn ich nur könnt, nur für einen moment

die errinnerungen verblassen
die gegenwart sich schweißt in mir ein mit leid und schmerz

ich treib oft ziellos
ich treib oft ohne wissen wohin
ich treib oft ohne zukunft
ich treib oft ohne raum und zeit
ich treib hilflos mit schmerz ohne wissen auf erfolg

meine angst mich lähmt
wo ist meine stärke und zuversicht geblieben
wo ist meinen humor - auch wenns nur halgenhumor - geblieben
wo bin ich selbst geblieben
irgendwo auf dem steinigen weg verloren gegangen.
irgendwo geblieben, keiner weiß wo..

die nacht und dunkelheit nimmt überhand
wo ist das leben geblieben - wo???


sonnenblume11 21.08.2004 23:19

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
2. Teil

DER WEG ist so weit so weit



wann nur wann
ist vorbei die nacht
wann nur wann geht die sonne wieder auf
wann nur wann


wann nur wann
scheint die sonn nur für mich
wann nur wann


wann nur wann
hör ich das rauschen der blätter
wann nur wann
gibt es eine zukunft für mich..
wann nur wann

wann nur wann
gibt es wieder schlaf ohne sorgen und schmerzen
wann nur wann
gibt es ein morgen
wann nur wann gibt es ein wiedersehn....


werd ich verlieren den kampf???
werd ich alles verlieren was mir teuer und wichtig ist..
ward alles umsonst was ich vollbracht
ward alles umsonst auf dieser welt

was wird geschehn,
was wird geschehn, wenn ich den kampf verliere
was wird geschehn mit meinem kind
was wird geschehn, wenn das schicksal mir nicht vergönnt ein leben
was wird geschehn...
was wird geschehn wenn das schiff zu sinken beginnt

was kommt danach
was soll nur werden???

wann beginnt flür mich das leben...
wo sind sie geblieben, all die träume wünsche
wo sind sie geblieben all die wünsche

wie lang kann ein mensch
wie lang kann ein mensch das ertragen
wie lang noch
wie lang noch muß ich warte
wie lang noch muß ich warten auf ein glück
wie lang noch muß ich warten auf hoffnung
wie lang noch, muß ich warten bis ich befreit von schmerz und krankheit

wie lang kann ich das noch ertragen
wo ist da die hoffnung und zuversicht geblieben


nimm mich an der hand und ´zeige mir den weg
gibt mir zuversicht
gib mir kraft
bestärke mich, nicht aufzugeben um weiter zu machen
gib mir weiterhin das gefühl, für mich da zu sein
auch wenn es nicht immer leicht - auch für dich
laß mich merken, das du an mich glaubst und zu mir stehst

wann kommt licht ins dunkle

wann werd nährt mich die hoffnung
wann dreht sich das schicksal in die andere richtung
in richtung ins glück
in richtung auf eine zukunft
ist das der letzte flug


ist das der weg, bevor ich bin vogelfrei
ist das der weg , bevor einkehrt die stille
ist das der weg, bevor der tag anbricht
oder ist das der weg, bevor einkerhrt für immer das licht am ende des tunnels
hält das alles aus eine freundschaft
hält das alles aus ein mensch
hält das alles aus ein freund
hält das alles aus die seele eines menschen
wer kann das alles aushalten und ertragen
wer nur wer

sonnenblume11 21.08.2004 23:33

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
meine signatur ist seitdem

mit viel viel mehr hoffung seitdem ich durch das tiefe tiefste tal gegangen bin.

es ist zwar alles noch lange nicht vorbei...

die hoffnung stirbt zu letzt.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

falls ich zu tüster geschrieben habe
oder
wer sich dran stören sollte..

dann möcht ich mich hier im vorne hinein dafür entschuldigen.
ich mußt das mal los werden.

vielleicht macht oder kann es leuten - denen es ählich geht -
mut und zuversicht geben.
nach einem tal gibt es immer die sonne...

naja oft komm ich nicht dazu hier einen beitrag zu schreiben.
ich schau und kann oft nur mal kurz vorbei um zu sehn was es neues gibt, denn
die zeit, therapein, medikamente und kraft lassen oft nicht mehr zu..

also es besteht hoffnung das es sowas, so langes gedicht´nicht bzw. sooft gibt von mir.
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hiermit möchte ich noch
einen besonderen dank
an das forum und natürlich an Herbert und seiner Musik aussprechen.

denn ohne der musik - naja weiß ich nicht....

die hat mir immer viel zuversicht, kraft, mut, hoffnung gegeben um weiter zu machen und nicht aufzugeben und um nach vorne zu schauen.

die cd´s von herbert hör ich im krankenhaus immer rauf und runter, besonders wenn wieder arg wird oder meine bettnachbarinnen (meist uralte leute) wieder nerven oder nur noch schrein (weil sie schon alzheimer haben oder vom fenster rausspringen möchten oder ähnliches)

auf alle fälle bin ich sehr sehr froh und glücklich das es diese musik gibt und mir die hoffnung gibt....

vielen Y dank an alle...

Easy 22.08.2004 15:24

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Wut, Mut und Tränen wünsche ich Dir.
Auf das Du's nie verlernst,
Dich nach Utopien zu sehnen,
das wünsche ich Dir.

Hoffnung und auch Sehnsucht
sollen Dich begleiten auf Deinem Weg.
Auf das Du nie die Flinte ins Korn wirfst,
das wünsche ich Dir.

Ehrliche Freunde sollen mit Dir sein
in guten und schlechten Tagen,
und dass Ihr Euch wärmt und tröstet,
lacht und weint, und braucht nicht zu verzagen.

Unrecht und Macht in falschen Händen,
wenn Du sie siehst, lass sie nicht bestehen.
Geh sie an mit Deinen eigenen Waffen,
dann kannst Du weitersehen.

Wut, Dich gegen alles längst Verfaulte aufzulehnen,
Mut zu träumen und Dich Deiner Träume wegen nie zu schämen,
Tränen, die ein Zeichen sind für die Kraft Deines Lebens,
ich wünsche Dir auf Deinem Weg
Wut, Mut und Tränen.

Lyricmaster 29.08.2004 21:31

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
WACHMANN


UND WENN ES DEIN ATEM PLÖTZLICH EILIG HAT

WEIL SICH IN DEINEN TRÄUMEN VERMUTLICH DINGE TUN,
DIE DIR NICHT GEHEUER SIND

DANN LEGT MEIN ARM UM DICH
NOCH ETWAS DRUCK ZU

EIN LäCHELN WIRD UNWIDERSTEHLICH
UND VOR LAUTER LIEBE HABE ICH DEN LEISEN VERDACHT,
DASS ICH MIR WIEDER EINMAL ZUTRAUE,

DICH VOR ALLEM WEHTUN

DIESER WELT ZU BEWAHREN.

(Jörn Pfennig)

Danyflower 30.08.2004 22:06

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Liebende sind also nur schlechte Verlierer? Also doch Egoisten.

Verfasser? kA

Anita 01.09.2004 15:42

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Weit in nebengrauer Ferne
liegt mir das vergangne Glück
nur an einem schönen Sterne
hängt mit Liebe noch der Blick.

Aber weh des Sternes Pracht,
ist es nur ein Schein der Nacht?
Die Liebe kann alles verlangen,
doch auch vergänglich kann sie sein.
Was dahin ist und vergangen,
kann es denn die LIEBE sein?

Wenn das Liebesglück auch flieht,
der Liebesschmerz wird nie vergehn.

Adam 01.09.2004 17:05

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Zitat:

Zitat von Anita
nur an einem schönen Sterne
hängt mit Liebe noch der Blick.

Wenn nachts alles still wird
und der Himmel ist klar
dann seh´ ich die Sterne
und ich fühl´ mich dir nah

Schlafe gut, du Zauberwesen
Was hast du mit mir gemacht
Könnt ich mit den Sternen reden
ich sagte: "Bitte gebt auf sie Acht!"

Hey, was hab ich dich gern
mein Herz ist bei dir, bist du auch noch so fern
Ich sag dem Mann in Mond, der in den Sternen wohnt, er möcht dich küssen

Hey, was hab ich dich lieb
ein Tag ohne dich, das ist kein Tag für mich
Ich sag dem Mann im Mond, der in den Sternen wohnt, er möcht dich küssen -
und hoff, er tut das für mich

Wo du wohl grad sein magst
auf diesem Planet
ich bet zu den Sternen
dass es dir an nichts fehlt

Schlafe gut, du Zauberwesen
Du wirst heute gut bewacht
Der Mond und alle Himmelskörper
wiegen deine Träume durch die Nacht

Jake Daimond

Luxus 16.10.2004 11:03

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Ja oder Nein

Du kannst Dir nicht ein Leben lang die Türen
alle offen halten, um keine Chance zu verpassen.


Auch wer durch keine Türe geht und keinen Schritt nach vorne tut,
dem fallen Jahr für Jahr die Türen eine nach der anderen zu.


Wer selber leben will, der muß entscheiden:
Ja oder Nein - im Großen und im Kleinen.


Wer sich entscheidet, der wertet und wählt, und das bedeutet auch: Verzicht.
Denn jede Tür, durch die er geht, verschließt ihm viele andere.


Man darf nicht mogeln und so tun, als könne man
beweisen, was hinter jener Tür geschehen wird.


Ein jedes Ja - auch überdacht und geprüft - ist
zugleich Wagnis und verlangt ein Ziel.


Das aber ist die erste aller Fragen: Wie heißt das Ziel,
an dem ich das Ja und Nein messe? Und: Wofür will ich leben?

groenlandi 16.10.2004 23:02

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
BEI EINER LINDE
Seh' ich dich wieder, du geliebter Baum,
In dessen junge Triebe
Ich einst in jenes Frühlings schönstem Traum
Den Namen schnitt von meiner ersten Liebe?
Wie anders ist seitdem der Äste Bug -
Verwachsen und verschwunden
Im härt'ren Stamm der vielgeliebte Zug,
Wie ihre Liebe und die schönen Stunden!

Auch ich seitdem wuchs stille fort, wie du,
Und nichts an mir wollt' weilen;
Doch meine Wunde wuchs - und wuchs nicht zu,
Und wird wohl niemals mehr hienieden heilen!


Joseph von Eichendorff

junimond 20.10.2004 18:39

Wake... from your sleep
The drying of your tears
Today.. we escape
We escape.

Pack and get dressed
Before your father hears us
Before.. all hell.. breaks loose.

Breathe... keep breathing
Don't lose.. your nerve.
Breathe... keep breathing
I can't do this.. alone.

Sing us a song
A song to keep us warm
There's such a chill
Such a CHILL.

You can laugh
A spineless laugh
We hope that your rules and wisdom choke you
Now we are one
In everlasting peace

We hope that you choke.. that you choke
We hope that you choke.. that you choke
We hope that you choke.. that you choke

(Radiohead)

-dieses lied höre ich in letzter zeit ständig, die stimme gibt dem ganzen noch eine eindringlichkeit, die erdrückend ist...........

Filiala 20.10.2004 18:50

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
die Texte von Radiohead sind genial...

Hab die mal live gesehen: Regen, es war schon dunkel, ein bisschen kalt, die Menge ganz still...und dann den Texten und dieser Musik lauschen..... *träum*

junimond 23.10.2004 21:58

----
 
ich hab bis jetzt nur ganz kurze konzertausschnitte sehen können. man möchte meinen, ein radioheadkonzert ohne regen ist nur schwer möglich, und bei einem hallenkonzert wundert sich keine menschenseele, dass tropfen fallen..-könnt mir gut vorstellen, dass man für die paar stunden konzert das gefühl hat, die welt ist nur so groß wie der raum des konzertes, sozusagen ein eigener kleiner planet, der mithilfe der musik und gleichzeitig der von der menschenmasse ausgehenden stille durchs weltall schwebt, es ist bereits diese ahnung da, wenn man nur in einem kleinen zimmer für sich sitzt und dieser band mit geschlossenen augen lauscht...wake from your sleep-the drying of your tears-today we escape-we escape...

junimond 23.10.2004 22:02

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breathe..keep breathing
don't lose..your nerve.
breathe..keep breathing
i can't do this..alone.

sing us a song
a song to keep us warm
there's such a chill

s u c h a C H I L L .


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