Herbert Grönemeyer Forum

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junimond 07.10.2003 09:35

@gedankengaenge: :)

-

http://www.insttp.de/img/rilke.gif

sie gefällt :wink: ..

grönländerin 10.10.2003 18:35

jemand fragte mich vor einiger zeit, ob ich den text "millionen legionen" von fanta4 kennen würde,..ich DEPP hab nein gesagt.. :(

Zitat:

die fantastischen vier - millionen legionen


ich werde die Tests besteh`n die mir das Leben stellt
weitergeh`n suchend nach dem was mich am Leben hält
bin damit nicht allein - und werd`es nie mehr sein
weil mich zum erstem Mal seit langer Zeit Verbundenheit befreit
bin ich sowiet fließ`in den Äther in den Kreis ohne Verräter
früher Schüler streck`ich mehr und mehr meine Fühler nach dir aus
komm hierher komm hierher
herzlich willkommen zuhaus
ich bin für dich da nein ich bin wegen dir hier
und für uns beide ist klar ham`wir ein Ziel im Visir
dann setz ich alles auf dich mein Schweiß mein Blut
meine Tränen mein Mut bishin zu Trauer und Wut
ich werde dir mein Leben geben weil`s nicht anders geht
forder`dich heraus mein Einsatz steht
und du findest in mir mit was ich mich verbunden hab`
deinen Schatz den ich mein Leben lang gefunden hab`
und mit jedem Satz bitt`ich benütz mich und stütz dich auf mich
mit dem Wissen aller Weisen dieser Welt beschütz ich dich
und wo ich bin stehen sie und wo ich geh gehen sie
ich hab sie hergebeten soch die wenigsten sehen sie
erst wenn wir erwachen werden wir zu Propheten
um als Kinder dieser Erde unser Erbe anzutreten

und ich rufe alle Superhelden alle großen Meister
alle Highlander alle Krieger alle guten Geister
alle Superfreaks und Auserwählte zu mir ins hier
ich hab Millionen Legionen hinter mir

in den Wogen der Welt wählten wir die wildesten Wellen
bis hin zu innersten Quellen
erlebten Lebensstromschnellen und machten uns bereit
wurden Wellenreiter über die Zeit und blieben
Wächter der Wahrheit und Surfer des Sandwurms
wir zwei war`n die Augen des Sturms
wurden Herrscher der Schwingung und das als Nichtschwimmer
denn wir hatten es und halten es noch immer
und auch du Baby warst schon immer mein Kind
wir waren Liebende die ab und zu vor Liebe blind
umeinandertrieben und waren zu verschieden
als das es hätte jemals werden können
war`n zwei echt gute Spinner absolute Beginner
doch wir hatten es und halten es noch immer
streifen alle Ketten ab die sonst die Leichtigkeit besiegen
konnten fliegen ohne Flügel fliegen

und heute rufst du alle Superhelden alle großen Meister
alle Highlander alle Krieger alle guten Geister
alle Superfreaks und Auserwählten und mich ins Hier
du hast Millionen Legionen hinter dir

es war die Nacht der Vampiere in der Stadt der wilden Tiere
sie ziehen mich zu sich wenn ich sas Gleichgewicht verliere
geh ich unter und verschmelz`mit dieser Masse von Mutanten
alles seelenlose Wanderer und deren Artverwandten
und ich ringe zum Himmel daß die Stimmung hier umschwingt
heb`die Hände zu Gott oder wer immer da rumhängt
Herrscher über mein Leben dieser Trohn gehört mir
denn ich wohn`und regier`hier
und dann erheb ich meine Feder zum Schutz gegen den Schmerz
der vom Schlachtfeld der Liebe zu mir rüberdringt
obwohl es scheint als ob hier jeder trübe Lieder singt
wasch ich mich rein von dem Schleim und betrete neues Land
dieser Junge steht am Rand und mit nichts in der Hand
ohne Angst in den Augen mit dem Rücken zu Wand

und dann rufst du alle Superhelden alle großen Meister
alle Highlander alle Krieger alle guten Geister
alle Superfreaks und Auserwählten und er ruft mich
und hat Millionen Legionen hinter sich
...

hätte nie gedacht, daß sie sogar sooo gute lyrics schreiben.

(weiß jemand vielleicht auch zufällig jahr & album?)

Luxus 10.10.2003 22:28

Millionen Legionen stammt vom Album "4:99", erschienen im April 1999, eine Live-Version dieses Liedes ist im Oktober 2000 auf ihrem "Unplugged"-Album veröffentlicht worden.

Ciao
Luxus

=============================
auf dem weg durch das dunkel auf der suche nach licht
im spiegel seh ich mich selbst doch ich erkenn mich selber nicht
denn ich bin anders und seit ich geboren bin
sagen mir die leute immer ich hätt den verstand verloren
doch ich traf noch keinen menschen der mich verstand
stand schon immer nah am rand und das ist mein dank
für euch die ihr alle redet und nicht bei euch beginnt
doch ich bin der typ der kommt und euch was nimmt
ich sag es echt nicht gern aber es ist wahr
eure eigene arroganz machte mich zum star
denn ich bin so wie die die nie so werden wollten wie sie sind
und ich bin bekannt und es kennt mich jedes kind

ich kenn die diskussion doch so lange schon doch
ihr zieht mich nicht zu euch hin ich weiß selber wer ich bin
also treff ich meine freunde und wir hängen loose
doch ihr lästert über uns daß macht mich so konfus
für euch nur ein freak zum nichtstun geboren
hab ich charme und auch flausen faustdick hinter den ohren
genug um euer spiel zu checken und dann laß ichs krachen
um euch aufzuwecken denn es wird zeit aufzuwachen yeah
nichts ist sicher ist doch alles was ich sag
ich leb das leben wie es kommt von tag zu tag
heute haßt ihr mich dafür morgen steht ihr dann vor meiner tür ich weiß
nur ich lebe jetzt und hier

meinungen und regeln machen mich nicht schlauer
ich hörs die ganze zeit und das auf die dauer
jeder rennt wohin doch keiner weiß wos langgeht
dann fragen sie mich nach dem weg als ob mich das was angeht
ihr habt mich nicht gewollt ich bin gegen euch immun
jetzt wollt ihr mich verändern wie wollt ihr das tun
ihr schafft es nicht ihr könnt es nicht
versucht es doch vielleicht kriegt ihr mich ja noch
mich das kind vor dem euch alle warnten weit und breit
um jetzt entsetzt zu sehn daß ihr die selben seid
sie wollten es nicht sie wollten es nicht
sie werden sehn ihr werdet wie ich
und wir werden weitergehn

Easy 11.10.2003 11:04

Gebet an den Planet

Hier ist mein Gebet an diesen Planet,
der Versuch zu beschreiben was mir nahe geht
Solang sich diese Welt noch dreht
Werdet ihr meine Stimme hören
Und immer wieder Menschen treffen
die aufs Leben schwören
Wir alle beten für diesen Planeten
Um jedem neuen Tag in Hoffnung zu begegnen
Und unser Licht durchbricht die Nacht in unsrem Glauben daran
Dies ist die dunkelste Stunde vor dem Sonnenaufgang

Es tut mir leid, Tier, denn sie mögen dich so sehr
sie wollen alles von dir und am liebsten noch mehr
Deine Haut ist ihre Kleidung, dein Fleisch ist ihr Essen,
dein Geist ist vergessen
Bei dem Versuch das Recht auf Leben in Gesetze zu verpacken
haben sie bei dir, Tier, einige Sätze weggelassen
Deine Schreie zu erhören wurde leider verpasst
Weil du für Menschen keine verständliche Stimme hast
erhebe ich meine Stimme für dich,
es scheint noch immer vonnöten
Ihr erinnert euch (nicht): Du sollst nicht töten
Denn du kriegst was du gibst, bist was du isst,
Weist was das heißt, alles kommt zurück - alles kommt zurück

Es tut mir leid, Natur,
denn deine Erben erheben sich gegen dich
und erledigen dich
Du warst vollkommen in Vielfalt mit allem im Einklang
bis der Mensch mit Gewalt in dich eindrang
All deine Schätze die am Anfang allen gut vertraut,
sie wichen Plätzen die auf Tränen und Blut gebaut
Ich seh die Wunden blinder Wut auf deiner Haut entstehn,
obwohl doch die, die dich verletzen, damit gegen sich gehn
Und dennoch liegt etwas heiliges in deiner Luft
An besonderen Plätzen ein besonderer Duft
Der mir sagt das jeder Weg so wichtig ist wie jeder Fluss
Und jeder Baum, jeder Berg dort steht wo er muss
Sie handeln wider ihren Sinnen als wären sie blind
Wenn ihre Ziele nicht im Einklang mit den deinen sind

Und selbst um dich, Mensch, tut es mir leid
Denn du quälst dich selbst die meiste Zeit
Im Krieg mit deinem Ego stehst du neben dir
Ewig die Frage verdrängend weswegen leben wir
Du findest keinen Frieden hier,
wirst zum seelenlosen Wanderer
Und dein Lebenskampf geht auf die Kosten anderer
Verfolg in Liebe all die Ziele die du gut nennst
Doch gehe nie gegen dein eigenes Blut, Mensch
Denn du irrst wenn du denkst hier steht jeder für sich,
was gegen uns geht, geht gegen dich.
An jedem Start ist ne Ziellinie und wir sind alle gleich weit.
Und aus einer Familie
Um die Tests dieser Zeit zu bestehn und um weiter zu gehn
muss hier jeder sein Ego in Demut zurücknehmen

Mein Gebet an diesen Planet,
der Versuch zu beschreiben was mir nahe geht
Solang sich diese Welt noch dreht
Werdet ihr meine Stimme hören
Und immer wieder Menschen treffen die aufs Leben schwören
Wir alle beten für diesen Planeten
Um jedem neuen Tag in Hoffnung zu begegnen
Und unser Licht durchbricht die Nacht in dem Glauben daran
Dies ist die dunkelste Stunde vor dem Sonnenaufgang


Thomas D - Lektionen in Demut

grenzwertig 11.10.2003 12:12

todes-erfahrung

wir wissen nichts von diesem hingehn, das nicht mit uns teilt.wir haben keinen grund, bewunderung und liebe oder hass dem tod zu zeigen, den ein maskenmund

tragischer klage wunderlich entstellt.noch ist die welt voll rollen, die wir spielen.solang wir sorgen, ob wir auch gefielen, spielt auch der tod, obwohl er nicht gefällt.

doch als du gingst, da brach in diese bühne ein streifen wirklichkeit durch jenen spalt durch den du hindurchgingst:grün wirklicher grüne, wirklicher sonnenschein, wirklicher wald.

wir spielen weiter.bang und schwer erlerntes hersagend und gebärden dann und wann aufhebend; aber deins von uns entferntes, aus unserm stück entrücktes dasein kann

uns manchmal überkommen, wie ein wissen von jener wirklichkeit sich niedersenkend, so dass wir eine weile hingerissen das leben spielen, nicht an beifall denkend.

(rilke)

Luxus 23.10.2003 13:34

Wenn Du sagst,
es gibt keinen Weg mehr für Dich.
Es mag sein,
daß da kein Weg zu sehen ist,
aber Du kannst Dir immer noch einen bahnen.


----

Finde Dein Ziel, genieße die guten Zeiten
und lerne aus der schlechten Zeit;
es gibt keinen bestimmten Weg,
jeder muss seinen eigenen finden,
denn einen Weg, den es nicht gibt,
kann man nicht gehen.

Verlierst Du Dein Ziel, so endest Du in einer Orientierungslosigkeit,
gefangen in den Wogen eines sinnlosen Strudel;
suche einen neuen Sinn
und erinnere Dich an die vergangenen, schönen
Elemente des Lebens,
halte Dich daran fest
und finde einen neuen Weg.

Wenn Du Deine Mitte findest, wirst Du stark wie ein Berg;
Dein Inneres birgt wieder neue Energie,
mit der Du bestehen kannst;
teile sie mit anderen und Du erfährst Geborgenheit,
doch verteile nie zuviel,
sonst fängt der Berg an zu bröckeln.


----

Wage immer wieder mal einen anderen Weg.
Vielleicht wird er leichter,
vielleicht beschwerlicher als Dein bisheriger.

Mag sein, Du findest Dich nicht zurecht,
gehst lieber wieder zurück,
suchst Deinen alten, bekannten Weg
und fühlst Dich sicherer.

Aber möglich wäre auch,
ein neuer Weg könnte zu Deinem werden,
würde Dich weiter führen -
bis zu Dir.


----

Wenn Du weinend die Welt durchschaust,
wenn Du Dich nichts zu sagen traust,
wenn in Dir das Glück vergeht
und Du nur noch aus Verzweiflung bestehst,
wenn der letzte Hauch Hoffnung vergeht,
die Liebe nur noch in deinen Träumen lebt -
dann musst du kämpfen,
sonst ist es zu spät!


----

Ein Ende kann ein Anfang sein auch für Dich,
der Glaube an Dich selbst läßt Dich nie im Stich.

Alles was Du willst liegt in Deinen Händen,
es beginnt die Wirklichkeit, wenn die Träume enden.

Alles was Du fühlst, ist ein Teil des Lebens
und Du gehst den Weg zu Dir niemals vergebens.

Eines Tages irgendwann, fängt alles noch einmal an.
Jeder kriegt noch eine Chance, glaub daran.

Geh ohne Angst, nur gerade aus,
denn alles was Du willst liegt in Deiner Seele,
welchen Weg Du morgen gehst, Du kannst immer wählen.

Alles was Du fühlst kannst Du nicht verlieren,
alles kann, wenn Du willst morgen passieren.

Deine Sehnsucht, Deine Hoffnung, geben Dir soviel Mut,
egal wie es auch kommen wird, alles wird gut.

Eines Tage irgendwann, fängt alles noch einmal an.
Jeder kriegt noch eine Chance, glaub daran.

Geh ohne Angst nur geradeaus,
denn alles was Du willst liegt in Deinen Händen,
es beginnt die Wirklichkeit, wenn die Träume enden.

Alles was Du fühlst, ist ein Teil des Lebens
und Du gehst den Weg zu Dir niemals vergebens.

Deine Liebe, Deine Wünsche, geben Dir soviel Mut,
egal wie es auch kommen wird, alles wird gut.


----

Sie sehen meine Kleidung.
Sie sehen meine Haare.
Sie sehen meine Wohnung.
Und sie bilden sich ein URTEIL,
bevor sie einen Blick in MICH geworfen haben.
Ein solches Urteil zwingt mich zu lächeln,
nicht in die Knie.

Traumtaenzer 26.10.2003 02:59

Zitat:

nehmt die Blumen des Lebens fröhlich, wie sie der Augenblick gibt, und forscht nicht nach den Wurzeln im Grunde, denn unten ist es freudlos und still
j. von eichendorff

junimond 26.10.2003 20:07

ich glaube, dass aus allen büchern herauskommt, dass alle menschen in allen beziehungen aneinander vorbeireden; dieses scheinbare verständnis, dass man offenheit nennt, ist gar keines. verstehen - das gibt es nicht. offenheit ist nichts als ein komplettes missverständnis. im grunde ist jeder allein mit seinen unübersetzbaren gedanken und gefühlen.

ingeborg bachmann

junimond 27.10.2003 20:16

der kummer darf sich nicht in unserem herzen ansammeln wie wasser in einem trüben tümpel.

-

wer aufrichtig lebt und viel unglück und enttäuschung erfährt und sich dadurch doch nicht beugen lässt, der ist mehr wert als einer, der immer rückenwind hat und dauernd im wohlstand lebt. denn wer sind sie, an denen man die zeichen von etwas höherem entdeckt? es sind jene, denen die worte gelten: "mühselige, euer leben ist traurig und mühsam, ihr leidet im leben, mühselige, ihr seid selig."

-

stunden in schwermut, der not, der angst - ich glaube, die haben wir alle in kleinerem oder größerem ausmaß, und es ist bedingung jedes bewussten menschlichen lebens. es scheint, dass manche menschen kein bewusstsein ihrer selbst haben. wie auch immer, die es haben, mögen manchmal in seelennot sein, sie sind deswegen nicht unglücklich, solche not ist nichts außergewöhnliches. und manchmal gibt es erleichterung, manchmal kommt eine neue innere energie auf, und man steht wieder auf.

-

statt mich in verzweiflung gehen zu lassen, habe ich mich für tätige melancholie entschieden - soweit tätigkeit in meiner macht stand -, anders gesagt, ich habe die melancholie, die hofft und strebt und sucht, jener vorgezogen, die in erstarrung und trübsinn verzweifelt.

vincent van gogh

Luxus 18.11.2003 19:37

Toleranz

"Ich toleriere Deine Meinung" sage ich ... und meine: "Ich bemitleide Dich, daß du noch nicht meine Meinung gefunden hast."

----------------------------

Laß dem anderen die Freiheit
seinen eigenen Weg zu gehen.
Laß ihm Ruhe, laß ihm Zeit,
die Welt aus seiner Sicht zu sehen.

Weißt Du denn, ob Dein Weg richtig
für den anderen wohl sei?
Was für Dich vielleicht noch wichtig
ist bei ihm schon längst vorbei.

Drum dräng' ihn nicht, nach Deiner Norm
seine Welt sich zu gestalten;
auch er hat eine rechte Form,
um sein Leben zu erhalten.

Zwing ihm nicht Dein Wissen auf,
das Du selbst nicht recht verstehst;
laß ihm seinen freien Lauf,
wenn Du gemeinsam mit ihm gehst.

Hör auch des anderen Meinung an,
erdrück sie nicht mit Deinem Sprechen;
und ist selbst bitt'rer Wemut dran,
sei stets bereit, auch zu vergessen
.

GlitzerndesMeer 18.11.2003 21:10

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküßt,
daß sie im Blütenschimmer
von ihm nur träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder
die Ähren wogten sacht.
Es rauschten leis die Wälder
So sternklar war die Nacht

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.


Josef von Eichendorff

Fanatikerin 19.11.2003 09:33

Also eines meiner favourit Gedichte ist:

Willkommen und Abschied

Es schlug mein Herz, geschwind zu Pferde!
Es war getan fast eh gedacht.
Der Abend wiegte schon die Erde,
Und an den Bergen hing die Nacht;
Schon stand im Nebelkleid die Eiche,
Ein aufgetürmter Riese, da,
Wo Finsternis aus dem Gesträuche
Mit hundert schwarzen Augen sah.

Der Mond von einem Wolkenhügel
Sah kläglich aus dem Duft hervor,
Die Winde schwangen leise Flügel,
Umsausten schauerlich mein Ohr;
Die Nacht schuf tausend Ungeheuer,
Doch frisch und fröhlich war mein Mut:
In meinen Adern welches Feuer!
In meinem Herzen welche Glut!

Dich sah ich, und die milde Freude
Floß von dem süßen Blick auf mich;
Ganz war mein Herz an deiner Seite
Und jeder Atemzug für dich.
Ein rosenfarbnes Frühlingswetter
Umgab das liebliche Gesicht,
Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!
Ich hofft es, ich verdient es nicht!

Doch ach, schon mit der Morgensonne
Verengt der Abschied mir das Herz:
In deinen Küssen welche Wonne!
In deinem Auge welcher Schmerz!
Ich ging, du standst und sahst zur Erden,
Und sahst mir nach mit nassem Blick:
Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
(Goethe)

Wunderschön

Glück auf

Fana

neuländerin 19.11.2003 10:53

Zitat:

Zitat von junimond
ich glaube, dass aus allen büchern herauskommt, dass alle menschen in allen beziehungen aneinander vorbeireden; dieses scheinbare verständnis, dass man offenheit nennt, ist gar keines. verstehen - das gibt es nicht. offenheit ist nichts als ein komplettes missverständnis. im grunde ist jeder allein mit seinen unübersetzbaren gedanken und gefühlen.

ingeborg bachmann

@junimond: was für ein zitat :!: hat mich erstmal ne weile sprachlos vorm rechner sitzen lassen... danke!

aber wo ist denn dein schöner avatar :cry:

junimond 21.11.2003 09:19

wie jetzt?!? magst du gollum etwa nicht?

http://i.timeinc.net/ew/dynamic/imgs...__gollum_l.jpg

:wink:

neuländerin 21.11.2003 09:26

ähm, naja also so würde ich es nun nicht ausdrücken wollen :wink:
aber wenn ich eben an das vorhergehende denke... :cry:

(aber gollum ist auch beeindruckend :wink: )

Traumtaenzer 21.11.2003 12:05

Zitat:

aber gollum ist auch beeindruckend
...er kann sich fast unsichtbar machen...

junimond 26.11.2003 20:41

*pst*




~




(amélie in gewisser weise ja auch ein wenig.)

junimond 26.11.2003 21:11

es gibt noch ein forum im netz, das ich schon allein wegen der signaturen seiner user sehr gern besuche..

ich bin der lachende prophet, der eine maske trägt und darunter seine tränen zählt.
(ich weiß jetzt leider nicht, von wem das ist. vergessen.)

-

schwer verwirrt am morgen und abends auch nicht klug.
doch alles kommt ins reine mit etwas selbstbetrug.

8) .. :(

-

was mir auch sehr gefiel..ich habe niemanden für den letzten anruf in der nacht. muss ein zitat aus nem film sein..-(es ging um einsamkeit & alleinsein. und jmd erwähnte diesen satz, meinte, er würde passen, für ihn genau d a s, jenes gefühl ausdrücken..-hatte den film wohl am vortag gesehen. diese worte..

"ich habe niemanden für den letzten anruf in der nacht.")

:(

grönländerin 27.11.2003 09:43

Zitat:

Zitat von neuländerin
Zitat:

Zitat von junimond
ich glaube, dass aus allen büchern herauskommt, dass alle menschen in allen beziehungen aneinander vorbeireden; dieses scheinbare verständnis, dass man offenheit nennt, ist gar keines. verstehen - das gibt es nicht. offenheit ist nichts als ein komplettes missverständnis. im grunde ist jeder allein mit seinen unübersetzbaren gedanken und gefühlen.

ingeborg bachmann


wie wahr! :cry:

:!:

(stichwort: "signaturen" -->verrätst du mir die seite vllt ? :) ..)

GlitzerndesMeer 27.11.2003 11:25

Zitat:

Zitat von junimond
"ich habe niemanden für den letzten anruf in der nacht."

:!: :(

Mir fiel da gleich dieses Harry-und-Sally-Zitat ein, das ich hier irgendwo reingeschrieben habe ... "Ich liebe dich dafür, daß du der letzte Mensch bist, mit dem ich reden will, bevor ich abends einschlafe" ... das war sozusagen dann die viel positivere Umkehr der Signatur von oben.

Tut weh.

Aber die Seite würd mich auch interessieren ... :)

junimond 28.11.2003 13:54

Zitat:

Grade, klare Menschen wär´n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückrat hab´n wir schon zu viel....
weil ich soeben über das zitat von der zaubermaus gestolpert bin, dachte ich mir..

Sind so kleine Hände
winzge Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so schöne Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen
die noch alles sehen.
Darf man nie verbinden
könn sie nichts verstehen.

Sind so kleine Seelen
offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen
gehn kaputt dabei.

Ist son kleines Rückgrat
sieht man fast noch nicht.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen
wärn ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
haben wir schon zuviel.

Bettina Wegner


..dass man doch auch mal das ganze gedicht posten könnte. find das nämlich sehr schön.

(bei dieser seite handelt es sich um die nachtwelten. www.nachtwelten.de )

junimond 29.11.2003 20:24

lass uns eine welt erträumen,
die den krieg nicht kennt,
wo man menschen aller länder
seine freunde nennt,
wo man alles brot der erde
teilt mit jedem kind,
wo die letzten diktatoren
zirkusreiter sind.

lass uns eine welt erträumen,
wo man singt und lacht,
wo die traurigkeit der andern
selbst uns traurig macht,
wo man, trotz der fremden sprache,
sich so gut versteht,
dass man alle schweren wege
miteinander geht.

lass uns eine welt erträumen,
wo man unentwegt
pflanzen, tiere, luft und wasser
wie einen garten pflegt,
wo man um die ganze erde
liebesbriefe schreibt,
und dann lass uns jetzt beginnen,
dass es kein traum bleibt.

gerhard schöne

wenn ich seine lieder höre (er hat sehr viele wunderschöne kinderlieder geschrieben) und sachen von ihm lese, dann denk ich, dass ihn vielmehr menschen kennen müssten,..ach, das es vielmehr menschen wie ihn geben müsste (und dass er der erich kästner der musik ist :)..das auch..-denn..nur wer erwachsen wird und ein kind bleibt, ist ein mensch.)

http://media.kunst-fuer-alle.de/img/32/g/32_13316.jpg

grönländerin 02.12.2003 01:56

"Die Neurose ist immer ein Ersatz für das eigentliche Leiden" von C.G. Jung

spm 03.12.2003 20:41

BEFREIUNG

Die Freiheit
kommt erst
wenn sie frei ist
von ihren Beschützern

Die schützen sie nur
vor sich selbst
und nicht
vor sich selbst


Erich Fried

grenzwertig 04.12.2003 18:52

die gabe, sich widersprechen zu lassen,
ist wohl überhaupt eine gabe, die unter den gelehrten
nur die toten haben.

( lessing)

wir lieben die menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken.
vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir.

(twain)

die philister, die beschränkten,
diese geistig eingeengten,
darf man nie und nimmer necken.
aber weite kluge herzen
wissen stets in uns`ren scherzen
lieb` und freundschaft zu entdecken.

(heine)

grönländerin 08.12.2003 21:15

Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen.
(Vincent van Gogh)


deswegen lieb ich seine bilder. voller sehnsucht und verzweiflung..-besonders die letzten, die er in dieser heilanstalt kurz vor seinem selbstmord malte.

Traumtaenzer 30.12.2003 12:56

Wir wissen ja oft nicht,
dass wir im Schweren sind,
bis übers Knie, bis an die Brust, bis ans Kinn.
Aber sind wir denn im Leichten froh,
sind wir nicht verlegen im Leichten?
Unser Herz ist tief,
aber wenn wir nicht hineingedrückt werden,
gehen wir nie bis auf den Grund.
Man muss auf dem Grund gewesen sein.
Darum handelt sichs.

R.M. Rilke

:(

Luxus 05.01.2004 18:33

Das Geflüster der Könige

"Achtung, jetzt geht's gleich wieder rund", rief einer der Heiligen Drei Könige, als er die Hand mit einem brennenden Streichholz auf sich zukommen sah. Er hatte - zusammen mit seinen beiden Kollegen, einem Diener und einem vollbepackten Kamel, einem Hirten und ein paar Schafen - seinen festen Platz auf der Drehscheibe einer Weihnachtspyramide.

"Seit Tagen kommen wir aus dem Rotieren nicht mehr heraus", brummte der alte Hirte, als die Kerzen angezündet waren und sich die ganze Mannschaft langsam in Bewegung setzte. "Immer derselbe Trott! Wie haltet ihr das bloß aus?"

"Ich versuche", sagte wieder der König, "mit den Menschen, die uns zuschauen, ins Gespräch zu kommen. Wenn ich entdecke, daß einer still und nachdenklich wird, dann flüstere ich ihm zu: Schau mal, wir haben unsere Mitte gefunden. Alles dreht sich um die Krippe und die weihnachtliche Besinnlichkeit. Laß deine Gedanken doch auch einmal darum kreisen! Mach den Menschen doch auch zum Dreh- und Angelpunkt deines Lebens!"

Die Fahrt war schon ziemlich rasant geworden, da ergriff der zweite König das Wort: "Auch ich habe mir etwas vorgenommen für die kurze Zeit, in der wir die Menschen mit unserem Spiel erfreuen. Wenn einer aufmerksam ist, dann hört er bei jeder Runde meine zarte Stimme: Sieh her, wie wir in Schwung gekommen sind. Laß dich doch auch durch die Freude dieser Tage in Bewegung bringen! Spring über den Schatten deiner Sturheit, geh aus dir heraus und offen auf andere zu! Vergiß wenigstens für ein paar Stunden das Festgefahrene in deinem Leben!"

Der dritte König meinte: "Wenn jemand fasziniert ist von der unsichtbaren Kraft, die uns antreibt, dann sage ich ihm ganz leise: Schau, es braucht nur ein bißchen Licht und ein wenig Wärme, eine Atmosphäre der Ehrlichkeit und Herzlichkeit - das könnte auch bei euch Einiges bewegen."

"Was diese drei Weisen bloß für Ideen haben", dachte der brummige alte Hirte bei sich. Aber es blieb ihm gar nichts anderes übrig, als sich ihnen anzuschließen. Mit ihrem Schwung rissen sie ihn immer wieder mit.

junimond 05.01.2004 20:55

träume.

auf dem grunde der träume spürten wir schon gnadenlos die realität.

junimond 12.01.2004 10:05

als mein gelber wellensittich aus dem fenster flog, hackte eine schar von spatzen auf ihn ein, denn er sang wohl etwas anders und war nicht so grau wie sie, und das passt ihn spatzenhirne nicht hinein.

(g.schöne)

neuländerin 12.01.2004 11:59

@junimond: welch ein zufall.. war erst vor ein paar tagen auf der hp von gerhard schöne und hab genau diesen ausschnitt immer und immer wieder gehört...
(werd's gleich nochmal tun...)

Laurel 12.01.2004 20:57

In Demand

Nacht.
Es ist kalt.
Doch Du bist da und wärmst mich.
Ich liege in Deinem Arm.
Geborgen und sicher.
Die Welt um uns herum versinkt.
Mit Dir fühle ich mich ganz.
Vollkommen.

Ich weiß, wir haben nur diese Nacht.
Aber ich verdränge es.
Ich will nicht daran denken.
Nicht an ein Morgen ohne Dich denken.

Wir fahren durch die Dunkelheit.
Ohne Ziel.
Nur für uns.
Plötzlich halten wir.
Du ziehst mich an Dich.
So nah, daß ich Deinen Herzschlag fühlen kann
Oder ist es meiner ?

Für andere ist es nur ein Tanz.
Doch für uns ist es alles.
Leidenschaft, Begehren, Ergebenheit, Liebe.
Es ist alles was wir haben.
Alles was uns von dieser Nacht bleiben wird.
Es muß für ein Leben reichen...

Der Morgen kommt.
Er verdrängt unsere Nacht.
Grau und gefühllos.
Unbarmherzig.
Es ist soweit.
Du mußt gehen.
Ich bleibe allein zurück.
In einem Leben ohne Dich.
Doch diese Nacht wird weiterleben.
In uns.
Für immer.


Sorry für meinen langen Beitrag zu diesem Thread.
Habe dieses Gedicht mal geschrieben, nachdem ich das Video zum Texas-Song "In Demand" gesehen habe. Das ist so schön. Außerdem spielt mein absoluter Lieblingsschauspieler Alan Rickman mit.

Luxus 13.01.2004 08:33

... Du brauchst Dich nicht entschuldigen .... es ist ein TOLLES Gedicht (und wirklich nicht lang) ... :D

Ciao
Luxus :)


Vielleicht ist dieser Weg meine Bestimmung.
Ich werde ihm folgen,
durch Schluchten und über Berge.
Vielleicht bin ich gerade in einem dunklen Tal,
aus dem ich zuerst hinaus finden muß.
Vielleicht, eines fernen Tages,
werde ich einen Gipfel eines hohen Berges besteigen,
oben angekommen werde ich mich umdrehen,
meinen gegangenen Weg ansehen um dann zu erkennen,
daß ich doch den richtigen Weg gegangen bin.

junimond 13.01.2004 15:33

Zitat:

Zitat von neuländerin
@junimond: welch ein zufall.. war erst vor ein paar tagen auf der hp von gerhard schöne und hab genau diesen ausschnitt immer und immer wieder gehört...

hm..ist mir mit eins seiner liebsten. ein blick aus dem fenster. mary poppins würde vielleicht wieder sagen: es gibt leute, die können nicht weiter sehen als ihre nasenspitze reicht.

GlitzerndesMeer 15.01.2004 13:26

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen, sie kannten sich gut)
Kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leuten ein Stock oder ein Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er saß dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
sie saßen allein und sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.


(Erich Kästner)

junimond 16.01.2004 10:55

somewhere over the rainbow
way up high,
there's a land that i heard of
once in a lullaby.
somewhere over the rainbow
skies are blue,
and the dreams that you dare to dream
really do come true.

someday i'll wish upon a star
and wake up where the clouds are far
behind me.
where troubles melt like lemon drops
away above the chimney tops
that's where you'll find me.

somewhere over the rainbow
bluebirds fly.
birds fly over the rainbow.
why then, oh why can't i?

if happy little bluebirds fly
beyond the rainbow
why, oh why can't i?

Commodus 17.01.2004 18:34

WARUM MAMI

Alkohol am Steuer: Tod einer Unschuldigen

Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an Deine Worte.

Du hattest mich gebeten, nicht zu trinken, und so trank ich keinen Alkohol.

Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, ganauso, wie Du es vorhergesagt hattest.

Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen sich mokierten.

Ich weiß, das es richtig war, Mami, und dass Du immer recht hast.

Die Party geht langsam zuende, Mami, und alle fahren weg.

Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich heil nach Hause kommen würde:

aufgrund Deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und fein.

Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Straße ein.

Aber der andere Fahrer sah mich nicht, und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.

Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami, hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken.

Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.

Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm´ doch schnell.

Wie konnte mir das passieren?

Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.

Ringsherum ist alles voll Blut, Mami, das meiste ist von mir.

Ich höre den Arzt sagen, Mami, dass es keine Hilfe mehr für mich gibt.

Ich wollte dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich nichts getrunken.

Es waren die anderen, Mami, die haben einfach nicht nachgedacht.

Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.

Der einzige Unterschied ist nur: Er hat getrunken, und ich werde sterben.

Warum trinken die Menschen, Mami?

Es kann das ganze Leben ruinieren.

Ich habe jetzt starke Schmerzen, wie Messerstiche so scharf.

Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum, und ich liege hier im Sterben.

Er guckt nur dumm.

Sag´ meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami.

Und Papi soll tapfer sein.

Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami, schreibt "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.

Jemand hätte es ihm sagen soll, Mami, nicht trinken und dann fahren.

Wenn man ihm das gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.

Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe Angst.

Bitte, weine nicht um mich, Mami.

Du warst immer da, wenn ich Dich brauchte.

Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe:

Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die sterben muss?


Anmerkung: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High School (Springfield, VA, USA) im Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht steht folgende Bitte



JEMAND HAT SICH DIE MÜHE GEMACHT, DIESES GEDICHT ZU SCHREIBEN. GIB ES BITTE AN SOVIELE MENSCHEN WIE MÖGLICH WEITER. WIR WOLLEN VERSUCHEN, ES IN DER GANZEN WELT ZU VERBREITEN, DAMIT DIE LEUTE ENDLICH BEGREIFEN, WORUM ES GEHT

junimond 19.01.2004 20:55

sie hat zwei beine und sie hat zwei augen und aus denen kann sie schauen und sie schaut zu mir. und ich bin alleine und hab kein vertrauen und kann melodien klauen und sie sagt zu mir: wir sind hier nicht in seattle, dirk! und werden es auch niemals sein. wir sind hier nicht in seattle, dirk! was bildest du dir ein? was nicht ist, kann niemals sein!
ich spring über meinen schatten und sie hat gut lachen. was machst du denn für sachen? was kann ich dafür? und alles was wir hatten und alles was wir machen. schätzchen, lass es krachen und komm zu mir!
wir sind hier nicht in seattle, dirk! und werden es auch niemals sein. wir sind hier nicht in seattle, dirk! was bildest du dir ein? was nicht ist, kann niemals sein!
-
geh doch mal zum bahnhof in der sogenannten frühlingszeit. sag hallo zu einem fremden, der einem zug entsteigt. lad ihn ein zur cola im imbiss gegenüber. vielleicht hat er probleme und möchte reden (darüber). wahrscheinlich hat er gar keine zeit. die idee ist gut, doch die welt noch nicht bereit. fahr doch mit dem fahrrad in eine anderes stadtgebiet. sag hallo zu einem mädchen, das dich erst mal übersieht. lade sie zum eis ein. stracciatella oder nuss. vielleicht bedrückt sie was, über das sie reden muss. wahrscheinlich hat sie gar keine zeit. die idee ist gut, doch die welt noch nicht bereit. gestern um halb drei habe ich noch ein lied gemacht und ich rufe eine freundin an mitten in der nacht. und ich sing es ihr durchs telefon und es sagt: ich liebe dich. kurz bevor ich auflege, schäme ich mich.

wahrscheinlich hat er gar keine zeit. die idee ist gut, doch die welt noch nicht bereit.
wahrscheinlich hat er gar keine zeit. die idee ist gut, doch die welt noch nicht bereit.

tocotronic.

es gab ne zeit, da hab ich die ausnahmslos gehört. jetzt nur noch ab und zu. am liebsten die erste "digital ist besser"..drüben auf dem hügel möcht ich sein!...(ich finds nur manchmal schade, dass man bestimmte lieder nicht hören kann, ohne sich zu erinnern:( ..der etwas bittere beigeschmack namens vergangenheit..naja.)

Schneewittchen 31.01.2004 00:07

Glück ist der Stuhl, der plötzlich da steht, wenn man sich zwischen zwei andere setzen will.

Zitat:

ich finds nur manchmal schade, dass man bestimmte lieder nicht hören kann, ohne sich zu erinnern:( ..der etwas bittere beigeschmack namens vergangenheit..naja.)
Kann ich gut verstehen- aber was wäre Musik, wenn nicht (postive als auch negative) Erinnerungen daran hängen würden? :)

junimond 31.01.2004 12:03

Die Zeit heilt alle Wunder
Wenn du sie gut verschnürst
Bind nur die Stelle gut ab
bis du es gar nicht mehr spürst
Du weißt ein Feuer geht aus
wenn du es länger nicht schürst
und du weißt dass du besser
an alte Wunder nicht rührst

Und auch das größte Wunder geht vorbei
Und wenn es dich nicht loslässt zähl bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei

Du kommst auf die Welt um ihr den Kopf zu verdrehen
Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du bleibst kaum kannst du laufen alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie um noch ein Wunder zu sehn

Und am nächsten Wunder ziehen sie dich vorbei
Der der dich am Arm hält zählt bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei

Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben da wo Wunder waren

Wann wirst du endlich lernen dir nicht den Kopf zu verdrehen
Du fällst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du kannst kaum grade laufen bleibst alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie damit die Wunder dich sehen

Und das zehnte Wunder zieht an dir vorbei
Du betest dass es stehen bleibt zählst bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei

Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben da wo Wunder waren

Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
Dass nichts bleibt als ein paar Stunden da wo Wunder waren
Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
Dass nichts bleibt als ein paar Stunden und Narben da wo Wunder waren

wsh


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