Herbert Grönemeyer Forum

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GlitzerndesMeer 14.05.2003 17:27

Geht mir genau wie Dir, Fisch im Netz, da wird mir gleich ganz anders ums Herz :cry:

junimond 15.05.2003 12:02

also, wenns das neue UNICUM-heft gibt, blätter ich grundsätzlich erst mal bis zu deren literarischer ecke, die lesern die mglkt gibt, ihre gedichte, geschichten (glaube, letztens wars wohl ein kurzdrama...) dort veröffentlichen zu lassen (wenn sie denn ausgewählt werden) - meist zu einem bestimmten thema...wie auch immer...irgendwann war dieses gedicht hier mal dabei, ich fands süß ( :roll: ) und habs mir in meinen kalender geklebt -

ein gefühlschwärmer
flattert durch das internet
auf der suche nach "romanze"
taumelt er von chat zu chat

endlich dann im elfenwald
hat er sie gefunden
doch sie ist grad mit "kuschelbär"
im gespräch gebunden

"hey romanze, hab ich dich!"
und er schreibt in zartrosé:
" *g* lass doch das kuscheltier,
gehen wir ins separée?

jetzt schreiben wir uns lange hier,
wo wohnst du eigentlich?
in köln? ich auch! wolln wir uns
mal treffen?" - "lieber nicht..."

m.steffens

(lieber nicht.)

junimond 17.05.2003 23:02

:roll: langeweile besäuft sich meilenweit :roll:

mir fällt in solchen momenten immer diese zeile ein.

dabei ist dieser song für mich der schönste ohne dich-song der welt und weit und breit...(und ist in solchen momenten doch völlig am platze (..kopf).



weil ich erich fried so mag:


fast glück

kann jetzt auf einmal
fast alles
wieder
fast alles bedeuten
nicht nur hartnäckigkeit
und mut
sondern auch fast wieder
noch hoffnung?

und kann das wirklich
fast durch zufall
und wirklich noch
oder fast noch
zur rechten zeit
so gekommen sein?

und wenn das so sein kann
muss dann nicht auch die angst
die zum glück
jetzt vor glück
fast unsichtbar ist
wiederkommen
uns muss sie nicht sogar
fast noch größer werden?

die angst
dass es wieder
verloren gehen könnte
und dass das dann
fast
nicht zu ertragen wäre.

junimond 17.05.2003 23:30

oder dieser (m e i n) film...diese stelle..(n)

dieses mädchen auf dem bild mit dem wasserglas - ja? - vielleicht sieht sie deshalb so abwesend aus, weil sie gerade an jemandem denkt. - an jemanden? sie meinen, sie stellt sich lieber eine beziehung mit jemandem vor? jemandem, der abwesend ist. als eine bindung einzugehen mit den anwesenden? - hmm...na, vielleicht tut sie auch alles, um das kuddelmuddel im leben der anderen in ordnung zu bringen? - was ist mit ihr? was ist mit dem kuddelmuddel in ihrem leben? wer wird sich darum kümmern?

...

ich glaube, für sie ist langsam die zeit gekommen, ein echtes risiko einzugehen. - ja, sie denkt ja darüber mach. sie ist dabei, sich eine strategie zu überlegen.. - jaja, ich weiß, strategien liebt sie.. - ja. - ich finde sie ein bisschen feige. wahrscheinlich fällt es mir deshalb so schwer, ihren blick einzufangen...

...

meine kleine amélie. sie haben keine knochen aus glas. sie dürfen sich ins leben stürzen. wenn sie diese chance ungenutzt an sich vorbeiziehen lassen, wird ihr herz mit der zeit nach und nach ebenso trocken und verletzlich werden wie mein skelett. also, verdammt noch mal, los jetzt!!

s.o.s.ä.

wos doch jetzt noch das wunderbare album dazugibt - mit diesen noch viel wundervolleren bildern..
muss man wahrscheinlich gesehen haben! und gehört. gesehen und gehört. mehr als einmal.



http://www2.moviedata.de/prokino/ame...s/raymond4.jpg

Lyricmaster 19.05.2003 18:21

Vielleicht paßt das hier gar nicht unbedingt rein, aber ich finde, es ist SO ein schöner Liedtext von Reinhard Mey, daß man ihn einfach weiter verbreiten muß!
Eigentlich sollte man das mit Musik hören (das toppt es nämlich noch), aber zur Not gehts auch so. Also:

"Ich hab' unzähl'ge Seiten vollgeschrieben, ich habe mir Geschichten ausgedacht.
Bin keine Antwort schuldig geblieben, ich hab' den Denker und den Clown gemacht.
Ich habe Weisheiten von mir gegeben und dabei manche Torheit, wie's mir scheint!
Ich hab' geredet, als ging's um mein Leben und doch nur immer eins gemeint:

Refrain:
Ich liebe dich, ich brauche dich,
vertrau' auf dich, ich bau' auf dich, wollte nicht leben ohne dich, ich liebe dich.

Ich hab' versucht, in immer neuen Bildern zu sprechen, doch jetzt geht die Zeit mir aus,
ich kann nicht mehr um sieben Ecken schildern. ich sag' es einfach und grade heraus.
Ich sag' es einfach, und ich schreibe auf deinen Spiegel, auf die Wand,
auf die beschlagene Fensterscheibe, wofür ich soviel Umwege erfand:
Refrain

Manchmal seh' ich uns beide in Gedanken auf einem menschenleeren Bahnsteig stehn,
zwischen uns unsichtbare Schranken, und einer bleibt, einer muß gehn.
Lautsprecherstimmen und Türenschlagen und Winken aus dem anfahrenden Zug.
Ich will's immer und immer wieder sagen, und sag' es dir doch nie genug
Refrain"

(Reinhard Mey: Text zu "Ich liebe dich")

Fisch im Netz 19.05.2003 19:16

@ Lyricmaster

Hab mir spontan auch mal die Musik dazu gezogen :roll: ... Ich mag Reinhardt Mey sowieso gern, aber das kannte ich noch nicht und ich muß sagen ... :cry: ... ich kann mich wieder nicht beherrschen ... :cry: :cry: :cry: ... Herbert hätte es nicht besser sagen können :?

Lyricmaster 19.05.2003 21:13

@ Fisch im Netz: Da gibt's noch viele, schöne, andere! Aber um hier nicht wieder soviel Platz in Anspruch zu nehmen, nenne ich nur den Titel eines weiteren tollen Stückes:
"Nein, ich laß Dich nicht allein"
Schön, daß es noch jemandem gefallen hat.
Ich find Reinhard auch klasse, aber Grönemeyer hat ihm bei mir schon lange den Rang abgelaufen...

Filiala 19.05.2003 22:08

@lyrikmaster: musste mir das glatt auch mal anhören..hey das ist echt schön :) wollt ich nur mal sagen....

aladin 20.05.2003 02:57

muss hier auchmal was beisteuern, und zwar paar ausschnitte aus dem buch "der träumende delphin". ist eines meiner liebsten bücher, auch wenn man's in ner stunde durchgelesen hat.. aber ich hab das einfach total gerne..
ich bin aber überhaupt liebhaberin von solchen büchern und kleinen geschichten *s*.

Es kommt eine Zeit im Leben,
da bleibt einem nichts anderes übrig,
als seinen eigenen Weg zu gehen.
Eine Zeit, in der man die eigenen Träume
verwirklichen muß.
Eine Zeit, in der man endlich für die eigenen
Überzeugungen eintreten muß.

Gerade in der größten Verzweiflung
hast du die Chance,
dein wahres Selbst zu finden.
Genauso wie Träume lebendig werden,
wenn du am wenigsten damit rechnest,
wird es mit den Antworten auf jene Fragen sein,
die du nicht lösen kannst.
Folge deinem Instinkt
wie einem Pfad der Weisheit,
und lass Hoffnung
deine Ängste vertreiben

Die meisten von uns sind nicht in der Lage,
über ihre Misserfolge hinwegzukommen;
deshalb gelingt es uns auch nicht,
unsere Bestimmung zu erfüllen.
Es ist leicht, für etwas einzutreten,
das kein Risiko birgt.

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen,
jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschiednehmen heißt.
Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

Neue Welten zu entdecken wird dir nicht nur Glück und Erkenntnis,
Sondern auch Angst und Kummer bringen.
Wie willst du das Glück wertschätzen,
wenn du nicht weißt, was Kummer ist?
Wie willst du Erkenntnis gewinnen,
wenn du dich deinen Ängsten nichts stellst?
Letztlich liegt die große Herausforderung des Lebens darin,
die Grenzen in dir selbst zu überwinden
und so weit zu gehen,
wie du dir niemals hättest träumen lassen.

Träume bedeuten vielleicht
ein hartes Stück Arbeit.
Wenn wir versuchen, dem auszuweichen,
können wir den Grund,
warum wir zu träumen begannen,
aus den Augen verlieren,
und am Ende merken wir, dass der Traum
gar nicht mehr uns gehört.
Wenn wir einfach der Weisheit unseres Herzens
folgen, wird die Zeit vielleicht dafür sorgen,
dass wir unsere Bestimmung erfüllen.
Denk daran:
Gerade wenn du schon fast aufgeben willst,
gerade wenn du glaubst, dass das Leben
zu hart mit dir umspringt,
dann denk daran, wer du bist.
Denk an deinen Traum.

Es gibt Dinge, die du mit den Augen nicht sehen kannst.
Du musst sie mit dem Herzen sehen,
und das ist das Schwierige daran.
Wenn du zum Beispiel in dein Inneres blickst und spürst,
dass dort ein junges Herz schlägt,
werdet ihr beide mit deinen Erinnerungen
und seinen Träumen losziehen
und einen Weg durch jenes Abenteuer,
das man Leben nennt, suchen,
stets bestrebt, das Beste daraus zu machen.
Und dein Herz wird niemals müde werden
oder alt...

Durch unsere Entscheidungen
definieren wir uns selbst.
Allein durch sie können wir unseren Worten und Träumen
Leben und Bedeutung verleihen.
Allein durch sie können wir aus dem, was wir sind,
das machen, was wir sein wollen.

Dort, wohin du gehst,
gibt es keine Wege, keine Pfade,
du kannst nur deinem Instinkt folgen.
Du hast die Zeichen beachtet
und bist endlich angekommen.
Nun musst du
den großen Sprung ins Unbekannte wagen
und selbst herausfinden:
Wer im Unrecht ist.
Wer im Recht ist.
Wer du bist.

Einige Dinge werden immer stärker sein
als Zeit und Raum,
wichtiger als Sprache und Lebensart.
Zum Beispiel, deinen Träumen nachzugehen
und zu lernen, du selbst zu sein.
Mit anderen das wunderbare Geheimnis zu teilen,
das du entdeckt hast.


öhm ja.. nu hab ich das halbe buch geposted :oops:.

alles liebe,
die grade etwas in träumen versunkene aladine

Luxus 20.05.2003 09:50

Wirklich schön ... @Aladin :wink:

Ciao
Luxus :)

Es war einmal ein Mann, der lebte auf einer Insel.
Eines Tages merkte er, dass die Insel zu zittern begann.

"Sollte ich vielleicht etwas tun?" dachte er.
Aber als die Insel zu zittern aufhörte, beschloss er, abzuwarten.

Wenig später fiel ein Stück seiner Insel ins Meer.
Der Mann war beunruhigt.

"Sollte ich vielleicht etwas tun?", dachte er. Aber als die Insel zu zittern aufhörte, beschloss er, abzuwarten.
Er konnte auch ohne das versunkene Stück weiterleben.

Kurz danach fiel ein zweites Stück seiner Insel ins Meer.
Der Mann erschrak.

"Sollte ich vielleicht etwas tun?", dachte er. Aber als nichts weiter passierte, beschloss er, abzuwarten.
"Bis jetzt", sagte er sich "ist ja auch alles gutgegangen."

Es dauerte nicht lange, da versank die ganze Insel im Meer,
und mit ihr der Mann, der sie bewohnt hatte.

"Vielleicht hätte ich doch etwas tun sollen", war sein letzter Gedanke, bevor er ertrank.

Franz Hohler

GlitzerndesMeer 20.05.2003 14:25

Luxus, wo nimmst Du sowas bloß immer her? Zu schön. :)

"Habt Ihr das gelesen? Da ist ein sechsjähriger Junge mit einem Lastwagen ausgebüchst und bis über die französische Grenze nach Münster in Deutschland gefahren. Als die Polizei dort den Jungen aufgriff, erklärte er, er habe einfach nur die Sterne betrachten wollen."

:)

Schneewittchen 20.05.2003 15:12

aladin,das ist wirklich sehr,sehr schön :)

auch immer wieder wunderbar für mich...

Irgendwo auf der Welt gibts ein kleines bisschen Glück
und ich träum davon in jedem Augenblick.
Irgendwo auf der Welt gibts ein bisschen Seeligkeit
und ich träum davon schon lange,lange Zeit.

Wenn ich wüsst´, wo das ist
ging ich in die Welt hinein
denn ich möcht einmal recht
so von Herzen glücklich sein.

Fisch im Netz 20.05.2003 20:55

jaaa Schneewitchen... aus welchem Film mit Heinz Rühmann ist das noch?

Schneewittchen 20.05.2003 21:42

ich kenns bloß aus comedian harmonists...:)

Fisch im Netz 20.05.2003 22:20

joo... :oops: kann auch sein dass ich es daher kenne... wohl eher wahrscheinlich... :oops:

grenzwertig 21.05.2003 21:34

die von der kritik so runtergeschriebenen josef vilsmaier filme..ach ja ;-)..auch in "marlene" gibts zwei drei schöne gedichte.. hab ich grad nicht zur hand , eins: "oh lieb solang du lieben kannst, oh lieb solang du lieben magst, die stunde kommt, die stunde kommt, da du an gräbern stehst und klagst.." hat ziemlich viele strophen..
mit daniel-delphin auf die reise gehn..unbedingt !
aber hier, aus gegebenem anlass ;-) :

der mond ist aufgegangen, die goldnen sternlein prangen, am himmel hell und klar, der wald steht schwarz und schweiget, und aus den wiesen steiget, der weisse nebel wunderbar
wie ist die welt so stille, und in der dämmerung hülle, so traulich und so hold, gleich einer stillen kammer, wo ihr des tages jammer, verschlafen und vergessen sollt [sorry, drängt sich mir jetzt auf: "die nacht nimmt jedes schwere gewicht"]
seht ihr den mond dort stehen, er ist nur halb zu sehn, und ist doch rund und schön, so sind wohl manche sachen, die wir getrost verlachen, weil unsre augen sie nicht sehn
wir stolzen menschenkinder, sind eitel arme sünder, und wissen gar nicht viel, wir spinnen luftgespinnste, und suchen viele künste, und kommen weiter von dem ziel
gott lass dein heil uns schauen, auf nichts vergänglichs trauen, nicht eitelkeit uns freun, lass uns einfältig werden, und vor dir hier auf erden, wie kinder fromm und fröhlich sein
wollst endlich sonder grämen,auf dieser welt uns nehmen, durch einen sanften tod, und wenn du uns genommen, lass uns in n himmel kommen, du unser herr und gott
so legt euch denn ihr brüder, in gottes namen nieder, kalt ist der abendhauch, verschon uns gott mit strafen, und lass uns ruhig schlafen, und unsern kranken nachbarn auch.

matthias claudius, 1778..melodie j.a.p. schulz

und in münchen will ich den vollen, den dastehenden, der wieder nix tut, und den aufgegangenen, damit das klar ist !

grenzwertig 22.05.2003 03:15

wie die kleine tigerkatze
beim putzen eifrig ihre streifen zählt,
und es freudig just vergisst
für die schmeichelnde menschenhand
gibt mensch sich ab mit aufgedruckten wichtigstreifen
nur bis zur ankunft der musik.

;-)

aladin 22.05.2003 04:29

Der Seelenvogel

Tief, tief in uns wohnt die Seele.
Noch niemand hat sie gesehen,
aber jeder weiß, dass es sie gibt.
Und jeder weiß auch, was in ihr ist.

In der Seele,
in ihrer Mitte,
steht ein Vogel
auf einem Bein.
Der Seelenvogel.
Und er fühlt alles,
was wir fühlen.

Wenn uns jemand verletzt,
tobt der Seelenvogel in uns herum;
hin und her, nach allen Seiten,
und alles tut ihm weh.

Wenn uns jemand lieb hat,
macht der Seelenvogel fröhliche Sprünge,
kleine, lustige,
vorwärts und rückwärts,
hin und her.

Wenn jemand unseren Namen ruft,
horcht der Seelenvogel auf die Stimme,
weil er wissen will,
ob sie lieb oder böse klingt.

Wenn jemand böse auf uns ist,
macht sich der Seelenvogel ganz klein
und ist still und traurig.

Und wenn uns jemand in den Arm nimmt,
wird der Seelenvogel in uns
größer und größer,
bis er uns fast ganz ausfüllt.
So gut geht es ihm dann.

Ganz tief in uns ist die Seele.
Noch niemand hat sie gesehen,
aber jeder weiß, dass es sie gibt.
Und noch nie,
noch kein einziges Mal, wurde
ein Mensch ohne Seele geboren.
Denn die Seele schlüpft in uns,
wenn wir geboren werden,
und sie verlässt uns nie,
keine Sekunde,
solange wir leben.
So, wie auch wir nicht aufhören zu atmen,
von unserer Geburt bis zu unserem Tod.

Sicher wollt ihr auch wissen,
woraus der Seelenvogel besteht.
Das ist ganz einfach.
Er besteht aus Schubladen.
Diese Schubladen können wir
nicht einfach aufmachen,
denn jede einzelne ist abgeschlossen
und hat ihren eigenen Schlüssel.
Und der Seelenvogel ist der einzige,
der die Schubladen öffnen kann.
Wie?
Auch das ist ganz einfach:
mit seinem Fuß.

Der Seelenvogel steht auf einem Bein.
Das zweite hat er, wenn er ruhig ist,
an den Bauch gezogen.
Mit dem Fuß dreht er den Schlüssel
zu der Schublade um,
die er öffnen will,
zieht am Griff,
und alles, was darin ist,
kommt zum Vorschein.

Und weil alles, was wir fühlen,
eine Schublade hat,
hat der Seelenvogel viele Schubladen.
Es gibt eine Schublade für Freude und eine für Trauer.
Es gibt eine Schublade für Eifersucht
und eine für Hoffnung.
Es gibt eine Schublade für Enttäuschung
und eine für Verzweiflung
Es gibt eine Schublade für Geduld
und eine für Ungeduld.
Auch für Hass, Wut und Versöhnung.
Eine Schublade für Faulheit und Leere,
und eine Schublade für die
geheimsten Geheimnisse
Diese Schublade wird fast nie geöffnet.
Es gibt auch noch andere Schubladen.
Ihr könnt selbst wählen, was drin sein soll.

Manchmal sind wir eifersüchtig,
ohne dass wir es wollen.
Und manchmal machen wir etwas kaputt,
wenn wir eigentlich helfen wollen.
Der Seelenvogel gehorcht uns nicht immer
Und bringt uns manchmal
in Schwierigkeiten...

Man kann schon verstehen,
dass die Menschen verschieden sind,
weil sie verschiedene Seelenvögel haben.
Es gibt Vögel,
die jeden Morgen die Schublade
>>Freude<< aufmachen.
Dann sind die Menschen froh.

Wenn der Vogel
Die Schublade >>Wut<< aufmacht,
ist der Mensch wütend.
Und wenn der Vogel
die Schublade nicht mehr zuschließt,
hört der Mensch nicht auf, wütend zu sein.

Manchmal geht es dem Vogel nicht gut.
Dann macht er böse Schubladen auf.

Geht es dem Vogel gut,
macht er Schubladen auf, die uns gut tun.

Manche Leute hören den Seelenvogel oft,
manche hören ihn selten.
Und manche hören ihn
nur einmal in ihrem Leben.
Deshalb ist es gut, wenn wir
auf den Seelenvogel horchen,
der tief, tief in uns ist.
Vielleicht spät abends,
wenn alles still ist.


:)

Commodus 25.05.2003 19:08

Wenn es einen Menschen gäbe, der wagte alles zu sagen was er von dieser Welt gedacht hat, bliebe ihm kein Quadratmeter mehr, um sich darauf zu behaupten. Wenn ein Mensch erscheint, stürzt sich die Welt auf ihn und bricht ihm das Rückrad. Immer sind zu viele morsche Säulen stehen geblieben, zuviel verfaulte Menschheit, als dass ein Mensch aufblühen könnte, der Überbau ist eine Lüge und das Fundament eine riesige zitternde Angst. Wenn in Abständen von Jahrhunderten ein Mensch mit einem verzweifelten hungrigen Blick in den Augen auftritt, ein Mensch der die ganze Welt umwälzen würde, um ein neues Geschlecht zu schaffen, wird die Liebe die er in die Welt mitbringt in Bitterkeit verwandelt und er wird zur Geisel. Wenn wir dann und wann auf Seiten stoßen, die explodieren, Seiten die verwunden und schmerzen die einem Seufzer, Tränen und Flüche abringen, dann sollt ihr wissen, dass sie von einem aufrichten Menschen stammen, einem Menschen dem keine andere Verteidigung übrig bleibt, als seine Worte und seine Worte sind immer stärker, als das verlogene, erdrückende Gewicht der Welt, stärker als all die Foltern und Räder, die die Feigen erfinden, um das Wunder der Persönlichkeit zu vernichten. Wenn je ein Mensch wagen würde alles, was er auf dem Herzen hat, auszusprechen, sein wirkliches Erlebnis, alles was wirklich seine Wahrheit ist, niederzuschreiben, dann, glaube ich, ginge die Welt in Trümmer, würde in stücke zersprengt und kein Gott, kein Zufall, kein Wille könnte je wieder die Stücke, die Atome, die Unzerstörbaren Elemente zusammensetzen, aus denen die Welt bestand.

GlitzerndesMeer 29.05.2003 18:46

So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder,
kalt ist der Abendhauch...

Ich weiß, das kam weiter oben schon mal, aber es ist einfach zu wunderschön.


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