Herbert Grönemeyer Forum

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Amelie 06.08.2005 14:02

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Vorgefühl


Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.
Ich ahne die Winde, die kommen, und muss sie leben,
während die Dinge unten sich noch nicht rühren:
die Türen schließen noch sanft, und in den Kaminen
ist Stille;
die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch
schwer.

Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das
Meer.
Und breite mich aus und falle in mich hinein
und werfe mich ab und bin ganz allein
in dem großen Sturm.


R.M. Rilke

GlitzerndesMeer 07.08.2005 01:06

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Zitat:

Zitat von Filiala
außerdem haue ich eine gm sowieso nicht :)

http://www.mysmilie.de/smilies/lieb/3.gif Dafür kriegst du noch schnell einen kleinen Fried zur Nacht.

Sommerregen warm
Wenn ein schwerer Tropfen fällt
bebt das ganze Blatt
So bebt jedes Mal mein Herz
wenn dein Name darauf fällt.

GlitzerndesMeer 14.08.2005 20:25

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Mein Chef hat mich mal ausgezankt
aus irgendeinem Grund
der war immer so ein schlechtgelaunter Besen.
Da wünschte ich, er wäre tot
und nachts hab ich's geträumt
und am nächsten Tage
ist er tot gewesen.

Mein Mann, das war ein Schlappschwanz
(Sie wissen, was das heißt,
wer was Ähnliches zu Haus hat,
ist im Klaren.)
Da träumte ich von seinem Tod
und eine Woche drauf
hat ein Riesen-LKW ihn überfahren.

Also geben Sie acht
also geben Sie acht
also geben Sie acht
und bringen Sie mich nicht zum Schäumen.
Sie sind bis jetzt ein feiner Mann
doch wenn ich Sie nicht leiden kann
dann brauch ich bloß von Ihrem Tod zu träumen.

Also geben Sie acht
also geben Sie acht
also geben Sie acht
Sie rennen sonst in Ihr Verderben.
Und seien Sie mal ein bißchen nett
sonst geh ich gleich nach Haus zu Bett
und sprech das nächste Mal mit Ihren Erben!

Meine Hausfrau wollt' den Zins erhöhen
aus reiner Wucherei
na, da dacht ich mir, warum soll die das haben?
Und träumte eine Nacht von ihr
(das kostete mich nichts) -
eine Woche später haben wir sie begraben.

Dann hatte ich eine Freundin,
die noch hübscher war als ich
na, da setzte ich mich abermals in Trab.
Im Traum dachte ich mich noch:
die Frau vermiß ich nie!
Naja, jetzt geht sie mir doch ein bißchen ab.

Also geben Sie acht
also geben Sie acht
also geben Sie acht
Sie scheinen noch ein wenig munter.
Ich hab zwar jetzt schon disponiert
und meine Träume reserviert
doch irgendwo bring ich Sie schon noch unter!

Also geben Sie acht
also geben Sie acht
also geben Sie acht
wenn ich das Schlafengehen erwähne.
Sie sind zwar jetzt noch ziemlich kess
und lachen mich wohl aus, indes
Sie werden schon noch höflich,
wenn ich gähne!

Nur eines macht mir Sorgen:
ich war gestern abend aus
(das erzähl ich Ihnen rasch,
bevor wir scheiden).
In der Bar, da war ein Spiegel
und darin sah ich mein Bild
und mit einem Male konnt' ich mich nicht leiden.
Ich sah ekelhaft und häßlich aus
und dachte plötzlich auch
an die Menschen, deren Tod ich schon geträumt hab.
Was geschieht, wenn ich von mir jetzt träum?
Ich krieg da einen Schreck,
wo ich doch in meinem Leben soviel versäumt hab.

Also geb ich jetzt acht
also geb ich jetzt acht
also geb ich jetzt acht
und geh um keinen Preis mehr schlafen.
Ich nehm seit gestern Aufputschpillen
ich will mich doch um Gottes Willen
nicht selbst durch meine Träume noch bestrafen.

Also geb ich jetzt acht
also geb ich jetzt acht
also geb ich jetzt acht
und bleib auf keinen Fall allein.

Weil ich doch nichts zu hoffen hab
wenn ich die Augen nicht offen hab
ich habe ja auch gestern nacht
nicht anders hinter mich gebracht -
ich weiß, es ist sehr ungesund,
doch besser, als ich schweige und schlaf ein ... und schlaf ein ... und schlaf ein ... und schlaf ein ... und schlaf ein ... NEIN!

(Georg Kreisler) 8)

Kinderschokolade 22.08.2005 21:27

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Schöne Erinnerungen sind wie kleine Amulette,
jede einzelne ist etwas Besonderes!
Du sammelst sie,
bis du eines Tages zurückblickst und entdeckst,
das sie ein langes und buntes Armband ergeben!!!


Die Liebe
Die Liebe ist langmütig und freundlich
Die Liebe eifert nicht
Die Liebe treibt nicht Mutwillen
Sie bläht sich nicht auf
Sie verhält sich nicht ungehörig
Sie sucht nicht das Ihre
Sie lässt sich nicht erbittern
Sie rechnet das Böse nicht zu
Die Liebe erfreut sich nicht an anderer Menschen Sünden
Sie ist immer Willen
zu ertragen,
zu vertrauen,
zu hoffen und
zu dulden
gleich was kommen mag!

Danyflower 25.09.2005 22:40

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Die Götter würfeln und fragen nicht, ob wir mitspielen wollen.
Ihnen ist es gleichgültig, ob du einen Mann, ein Haus, eine Arbeit, einen Traum aufgegeben hast.
Die Götter kümmert es wenig, ob in deinem Leben alles seinen Platz hat und ob deine Wünsche durch Arbeit und Beharrlichkeit erfüllt werden.
Die Götter scheren sich nicht um unsere Pläne und um unsere Hoffnungen.
Irgendwo da draußen im Universum würfeln sie,
und irgendwann bist du dran.
Ob du gewinnst oder verlierst, ist eine Frage des Zufalls.


aus: 'Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte' von Paulo Coelho

Luxus 23.10.2005 13:48

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Halt mich nicht auf
zerbrich meine Träume nicht
bleib bei mir am Ende der Zeit
sei einfach da komm über mich
teil dich mir mit laß mich sein
alles was bleibt steht in deinem Gesicht.


Tut was ihr könnt
bleibt nicht wo alle sind
der Weg ist alleine zu weit
alles wird klar im rechten Licht
hütet euch nicht und sagt ja
alles was bleibt steht in seinem Gesicht


Filiala 04.02.2006 01:15

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
spontan drei Sprüche:

Altern ist ein hochinteressanter Vorgang: Man denkt und denkt und denkt - plötzlich kann man sich an nichts mehr erinnern.
(Ephraim Kishon)

In den meisten Fällen ist die Todesursache eines Menschen sein Leben.
(Voltaire)


Es ist leichter zum Mars vorzudringen, als zu sich selber.
(Carl Gustav Jung)

TroyMcClure 04.02.2006 01:55

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Extra für Fili, aber nur auf englisch :) :

"I have all the characteristics of a human being: blood, flesh, skin, hair; but not a single, clear, identifiable emotion, except for greed and disgust. Something horrible is happening inside of me and I don't know why. My nightly bloodlust has overflown into my days. I feel lethal, on the verge of frenzy. I think my mask of sanity is about to slip."

"There are no more barriers to cross. All I have in common with the uncontrollable and the insane, the vicious and the evil, all the mayhem I have caused and my utter indifference toward it I have now surpassed. My pain is constant and sharp and I do not hope for a better world for anyone, in fact I want my pain to be inflicted on others. I want no one to escape, but even after admitting this there is no catharsis, my punishment continues to elude me and I gain no deeper knowledge of myself; no new knowledge can be extracted from my telling. This confession has meant nothing."

(Patrick Bateman)

Filiala 04.02.2006 02:09

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
:oops: . http://www.cheesebuerger.de/images/s...liebe/g078.gif . :oops:

Commodus 06.02.2006 02:05

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Am Ende ist alles gut. Ist nicht alles gut, ist es nicht das Ende.

Laurel 08.02.2006 22:03

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
...forgive me
If you are not living
If you, beloved, my love
If you have died
All the leaves will fall on my breast
I will rain on my soul all night, all day
My feet will want to march to where you are sleeping
But I shall go on living...:\')

Luxus 19.03.2006 22:50

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Aphorismen müssen keine Fragen stellen, zu ihren Hauptfunktionen
zählt sowieso das Vortäuschen von Antworten.
Martin Gerhard Reisenberg, (*1949), Diplom-Bibliothekar in Leipzig und Autor


Was die Karikatur dem Bild,
ist der Aphorismus dem Wort.
Friedrich Löchner, (*1915), Pseudonym: Erich Ellinger, deutscher Pädagoge, Dichter und Autor


Der Aphoristiker wiederholt sich nicht nur deswegen so oft, weil
der Mensch meistens nicht nur auf einem Ohr taub ist …
Wolfgang J. Reus, (*1959), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker


Gute Aphorismen decken die Tiefe der allgemeinen Oberflächlichkeit auf.
Elmar Kupke, (*1942), deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph


Traue keinem Zitat, das du nicht selber
aus dem Zusammenhang gerissen hast.
Johannes Rau, (1931 - 2006), deutscher SPD-Politiker


Je kürzer der Aphorismus, desto größer die Aussage.
Erhard Blanck, (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler


Alles Kluge, was man von sich gibt, ist schon gesagt worden.
Und wenn man Glück hat, bemerkt es niemand.
Manfred Schröder, deutsch-finnischer Dichter, Aphoristiker und Satiriker


Zum Aphorismus wird ein Gedanke erst,
wenn du ihn bei anderen wiederfindest.
Erhard Blanck, (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler


Es ist ein gründlicher Irrtum den sogenannten Inhalt eines Aphorismus mit der Meinung oder dem Denken des ihn Verfassenden zu verwechseln. Ein Aphorismus soll Denkanstöße, egal in welche Richtung geben und darf oder muß vielleicht sogar insofern anstößig sein.
Peter Rudl, (*1966), deutscher Aphoristiker

sassi 19.03.2006 23:08

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Der Mensch gibt so viel liebe weiter,wie er als kind empfangen hat

Pearl S. Buck


Einen traurigen Mann erdulte ich ,aber kein trauriges Kind

Jean Paul

Kinder rechnen nicht mit der Zeit,daher ihre langen und grundlichen Beobachtungen

Jakob Boßhart

Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden,man muss sie gehen lassen

Jean Paul

Luxus 02.04.2006 18:59

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
I don't want to get to the end of my life and find out that I only lived the length of it. I want to have lived the width of it as well.

- Diane Ackerman -

Laurel 12.04.2006 20:38

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
"Man muss sich nicht immer für jede Kleinigkeit entschuldigen. Ich möchte impulsiv leben und spontane Entscheidungen treffen. Das bedeutet für mich Freiheit. Natürlich mache ich dabei auch mal einen Fehler. Aber Leute, die mir deswegen ein schlechtes Gewissen einreden wollen, gehen mir auf den Geist. Ich glaube einfach nicht an Schuld - solange man niemanden absichtlich verletzt."

(Angelina Jolie, Schauspielerin)

Laurel 31.05.2006 23:25

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte...

Im nächsten Leben würde ich versuchen
mehr Fehler zu machen
Ich würde nicht so perfekt sein wollen
Ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.
Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachte, mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten.
Freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, viel mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls Du es noch nicht weißt:
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken - vergiß nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an
bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.

(Jorge Louis Borges)

Danyflower 02.06.2006 22:12

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Was man so auf einer Festplatte findet, wenn man nur tief genug buddelt :confused2
(nein, ich habe n i c h t aufegräumt, nur gebuddelt :mrgreen: )

Liebeskummer

Liebeskummer
lohnt sich nicht.

Und doch ist man
darauf erpicht,
Sie lächeln zu sehn
zu Narr, zu versteh’n
egal, was man macht,
wie man auch weint
in einsamer Nacht,
manchmal man scheint,
dem Ziele so nah
der Traum scheint wahr
dann ist er geplatzt
nur Staub im Wind
wieder gepatzt
man weint wie ein Kind

nicht den Mut haben -
zu sagen, zu klagen,
das Leid zu ertragen

Sich nicht trauen
in die Augen zu schauen
- die Maske abzulegen -
sie im Arm zu halten
trotz all den Gestalten
- doch von wegen -

Jeder Blick
schmerzt
Jedes Wort
verletzt
Jeden Tag
entsetzt

über die Unfähigkeit zu handeln,
die Liebe zu gestehen,
die Situation zu verwandeln,
sich selbst zu verstehen.

zu bleiben
um zu leiden

Nicht den Mut
für die Wende
Nicht die Kraft
für ein Ende.

Selbst den besten Freunden
sein Leid verbergen
Doch wie soll das Enden?
Ich muß mich ärgern
über mich
und das Leben an sich

E. Schubert


Adam 03.06.2006 14:49

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
deinem schubert sprech ich mal nen lob aus. hab da beim googlen noch en schönes entdeckt :)

In deinen Augen
könnt ich versinken,
wie Sie so lachen,
wie Sie mir winken.

Möcht dich umarmen,
halten und spüren,
langsam umgarnen,
sanft dich verführen.

Mit dir verbringen,
Höhen und Tiefen,
Liebe erringen,
Sehnsucht vertiefen.

Wünscht, mich zu trauen,
Dir zu gestehen,
Angst, zu verbauen,
schlecht auszusehen.

Dich anzusprechen,
mit mir zu gehen;
Nicht abzuweichen,
wenn ich dich sehe.

Bin doch zu schüchtern,
Schritte zu wagen,
Seele erleichtern
Wahrheit zu sagen.

von Erich Schubert

Danyflower 03.06.2006 15:07

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Die Erichs haben's in sich, ne :mrgreen:

Schön find' ich den Klassiker von Herrn Erich Fried :)

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe



Und zum Heulen diesen Text von Herrn Erich Kästner :crying:

Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wußten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte man Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Cafe am Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.

Britta1807 04.08.2006 16:45

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Denn du schaust mich an

Nun mauere ich den schmalen Durchgang,
den ich nicht ohne Mühe
zwischen uns geöffnet habe,
wieder zu

Was nicht geht, geht nicht,
sage ich mir und setze Stein auf Stein
enttäuschte Hoffnung
ist ein tüchtiger Maurer

Nur den letzten Stein,
der die Mauer schließt,
den kann ich nicht setzen

denn Du stehst
auf der anderen Seite
und schaust mich an

(Hans Kruppa)

Currywurst71 04.08.2006 22:23

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
das haben mein Mann und ich vor über zehn Jahren von Freunden zur Hochzeit vorgetragen bekommen:

Zeit

Wir wünschen euch nicht alle möglichen Gaben,
wir wünschen euch nur das, was die meisten nicht haben.
Wir wünschen euch Zeit, euch zu freuen und zu lachen
und wenn ihr sie nutzt, könnt ich etwas draus machen.
Wir wünschen euch Zeit für euer Tun und euer Denken,
nicht nur für euch selbst, sondern auch Zeit zum Verschenken.
Wir wünschen euch Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum "Zufrieden-sein-können".
Wir wünschen euch Zeit nicht nur so zum Vertreiben;
wir wünschen, sie möge euch übrig bleiben.
Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertrauen
anstatt nach der Zeit auf die Uhr nur zu schauen.
Wir wünschen euch Zeit, nach den Sternen zu greifen
und die Zeit, um zu wachsen, das heißt: um zu reifen.
Wir wünschen euch Zeit, neu zu hoffen, zu lieben;
es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
Wir wünschen euch Zeit, euch selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde, das Glück zu empfingen.
Wir wünschen Zeit, auch um Schuld zu vergeben,
wir wünschen euch Zeit zu leben!

Laurel 08.08.2006 18:29

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Man muss nie verzweifeln, wenn einem etwas verloren geht, ein Mensch oder ein Freude oder ein Glück.
Es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab, was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen.
Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes und Verlorenes gibt

Rainer Maria Rilke

Luxus 17.09.2006 16:22

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Der Blumentopf und das Bier

Wenn die Dinge in deinem Leben immer schwieriger werden, wenn 24 Stunden
im Tag nicht genug sind, erinnere dich an den "Blumentopf und das Bier".

Ein Professor stand vor seiner Philosophie-Klasse und hatte einige
Gegenstände vor sich. Als der Unterricht begann, nahm er wortlos einen
sehr großen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er
fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei.

Sie bejahten es.

Dann nahm der Professor ein Behältnis mit Kieselsteinen und schüttete
diese in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine
rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die
Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei.

Sie stimmten zu.

Der Professor nahm als nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diesen
in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen
Freiraum. Er fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei.

Die Studenten antworteten einstimmig "ja".

Der Professor holte zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor und schüttete
den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen
den Sandkörnern aus.

Die Studenten lachten.

"Nun", sagte der Professor, als das Lachen langsam nachließ, "Ich
möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens
ansehen. Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre
Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja
leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben
alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben
trotzdem noch erfüllend wäre."
"Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre
Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die
Kleinigkeiten. Falls Sie Den Sand zuerst in den Topf geben", fuhr der
Professor fort, "hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die
Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und
Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die
wichtigen Dinge. Achten Sie auf die Dinge, welche Ihr Glück gefährden.

Spielen Sie mit den Kindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine medizinische
Untersuchung. Führen Sie Ihren Partner zum Essen aus. Es wird immer noch
Zeit bleiben um das Haus zu reinigen oder Pflichten zu erledigen."
"Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig
sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand."
Einer der Studenten erhob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier
repräsentieren soll.
Der Professor schmunzelte: "Ich bin froh, dass Sie das fragen. Es ist
dafür da, Ihnen zu zeigen, dass, egal wie schwierig Ihr Leben auch sein
mag, es immer noch Platz hat für ein oder zwei Bierchen.

Danyflower 10.10.2006 16:23

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Nette kleine Geschichte, die beim einzigen Schuster in der Stadt an der Pinwand hängt...

Ein Mann wurde nach 10 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Zuhause an seiner Pinwand entdeckte er einen Zettel, der ihn daran erinnern sollte, dass er Schuhe von der Reparatur holen muss. Sicher hat der Schuster die Schuhe längst entsorgt, dachte er sich. Trotzdem ging er zum Schuster um nachzufragen.
Der Schuster geht in seine Werkstatt, kommt zurück und sagt: "Übermorgen sind sie fertig :) "

SchatzEngel 02.11.2006 13:19

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Frankenstein und seine Gruft


Steffi, Beate, Susanne oder Sarah
Hab kein Bock mehr auf dein dummes Gelaber
Zu oft gehört, dass ich es sei
Man mir Hörner eines Ochsen verleih´
War so dumm und hab’s geschluckt
Hast deine Initialen auf mein Herz gedruckt
Will nie wieder deine Augen sehen
Da würde mir sonst alles vergehen
Will nie wieder deine Küsse fühlen
Und im Aschenbecher deluxe rumwühlen
Behalte deine Hände lieber in der Tasche
Denn sie zieht nicht mehr – diese Masche
Denkst, du wärst ein Versteher der Frauen
Und kannst Herzen am laufenden Bande klauen
Doch ich bin klüger und dir überlegen
Werde dir sämtliche Körperteile absägen
Am besten fangen wir in der Mitte an
Oops... wie stehst du dann denn deinen Mann?
Als nächstes folgt dann der Kopf
Der ist so hohl, den benutz ich als Topf
Hast wohl gedacht, ich merk´ das nie
Dafür wächst sie täglich – meine Antipathie
Gegen einen Menschen voller…ja, voller Luft
Da gleicht das Hirn Frankensteins Gruft
Solltest du jemals erleuchtet werden
Ist es schon ziemlich finster auf Erden
Den Urknall hast du wohl verpasst
Und jetzt? Jetzt bist du meine Last
Du hast gedacht, ich will nur dich und deinen Body
Doch du willst ja Mia, Tanja und Kaddi
Hab kein Bock nur ne Matratze zu sein
Da bin ich viel lieber mit mir ganz allein
Deine Lügen kannst du schön verpacken
Und verzieren mit deinen ätzenden Macken
Fang nie wieder an mich zu beschleichen
Da ertönt dann auch kein Freizeichen
Der Status lautet dauerhaft besetzt
Und von einem Menschen voller Luft verletzt.


Easy 12.11.2006 01:18

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Der Unterschied

Ein Mann traf ein kleines Mädchen, das am Strand auf und ab lief.
Der Sturm hatte über Nacht mit den tosenden Wellen tausende von Seesternen ans Ufer getrieben.
Da lagen sie, auf dem schwarzen Kies.
Das Mädchen hob immer wieder welche auf und warf sie zurück ins Meer.
Der Mann fragte sie: "Warum tust du das? Du wirst damit nie fertig werden.
Hier liegen tausende von Seesternen herum. Sie werden sterben.
Und es macht doch sowieso keinen Unterschied."


"Vielleicht stimmt das, was du sagst", antwortete das Mädchen.
"Aber für diesen einen macht es einen Unterschied."


nacherzählt aus einem durchaus sehenswerten Film:
"Der Guru", US-Komödie 1998 mit Eddie Murphy und Jeff Goldblum

Laurel 18.11.2006 01:01

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
es dauert zwar noch ein bisschen und die Temperaturen sind auch noch nicht danach, aber ich freu mich schon auf Schnee und Weihnachten...:)

Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird.
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin - bereit,
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.
(Rainer Maria Rilke)

http://www.hi-senior.de/gefuehle/bil...e_tanne_03.jpg

GlitzerndesMeer 18.11.2006 11:38

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Oh, das ist aber ein schönes Gedicht @ Laurel :\') ... und dieses Bild dazu :) ... da möchte man ja wirklich sofort Weihnachten haben :) ... von wem ist es denn (also das Gedicht)?

Laurel 18.11.2006 11:45

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Zitat:

Zitat von GlitzerndesMeer (Beitrag 92084)
Oh, das ist aber ein schönes Gedicht @ Laurel :\') ... und dieses Bild dazu :) ... da möchte man ja wirklich sofort Weihnachten haben :) ... von wem ist es denn (also das Gedicht)?

Ganz vergessen, war schon etwas spät gestern/heute Nacht ;).
Habs grad mal mit dazugeschrieben.
Das Gedicht ist vom unvergleichlichen Rainer Maria Rilke.:\')

GlitzerndesMeer 16.12.2006 22:07

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Erinnern
das ist
vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual.

Luxus 14.01.2007 18:05

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Dieser Mann berührt mich einfach, auch drei Jahre nach seinem Tod ... oder gerade deshalb! Seine (in meinen Augen) stärksten Jahre waren die 90er bis kurz vor seinem Tod, es gibt viel Material und ich kann mich daran nicht satthören!
(Wer das Lied gerne hören möchte ==> eMail per PM, dann sende ich es!)


Man in Black (Johnny Cash) Februar 1971

Well, you wonder why I always dress in black,
Why you never see bright colors on my back,
And why does my appearance seem to have a somber tone.
Well, there's a reason for the things that I have on.

I wear the black for the poor and the beaten down,
In Livin' in the hopeless, hungry side of town,
I wear it for the prisoner who has long paid for his crime,
But is there because he's a victim of the times.

I wear the black for those who never read,
Or listened to the words that Jesus said,
About the road to happiness through love and charity,
Why, you'd think He's talking straight to you and me

Well, we're doin' mighty fine, I do suppose,
In our streak of lightnin' cars and fancy clothes,
But just so we're reminded of the ones who are held back,
Up front there ought 'a be a Man In Black.

I wear it for the sick and lonely old,
For the reckless ones whose bad trip left them cold,
I wear the black in mournin' for the lives that could have been,
Each week we lose a hundred fine young men.

And, I wear it for the thousands who have died,
Believen' that the Lord was on their side,
I wear it for another hundred thousand who have died,
Believen' that we all were on their side.

Well, there's things that never will be right I know,
Man And things need changin' everywhere you go,
But 'til we start to make a move to make a few things right,
In You'll never see me wear a suit of white.

Ah, I'd love to wear a rainbow every day,
And tell the world that everything's OK,
But I'll try to carry off a little darkness on my back,
'Till things are brighter, I'm the Man In Black!

Ramses 15.02.2007 14:25

"Lebensweisheiten"
 
Hallo Ihr! Mir ist neulich mal wieder ein sruch eingefallen der mich schon seit meiner Lehre begleitet und da dachte ich mir das Ihr vielleicht auch solche "Weisheiten" auf Lager habt.

Hier also kommt meine: Jeder Mensch ist etwas wert, und sei es nur als abschreckendes Beispiel!

Mocca 15.02.2007 14:37

AW: "Lebensweisheiten"
 
der kantsche kategorische imperativ:
Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.

Georgy Drachenköter 15.02.2007 15:24

AW: "Lebensweisheiten"
 
Der beste Glückskeskspruch überhaupt:
Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß ob sie wiederkommen. ;)

Oder: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Nett ist auch: Als Gott die Zeit schuf, machte er geung davon. (Dank an Werbung für irische Butter)

Melilotti 15.02.2007 17:08

AW: "Lebensweisheiten"
 
Die Menschen sind stark,
die unter Tränen lachen,
Ihr eigenes Leid vergessen,
und andere glücklich machen!


Ansonsten siehe meine Signatur, meine Lieblingsweißheit (von Audi), heißt übersetzt quasi:
"Strebe nie nach solchen Dingen, die auch Dümmeren gelingen!:lol:

Easy 15.02.2007 23:02

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Kurt Tucholsky

Das Ideal

Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße:
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer, - nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve -
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) -,
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad - alles lenkste
natürlich selber - das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche - erstes Essen -
alte Weine aus schönem Pokal -
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten -
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.

Tröste dich

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Daß einer alles hat:
das ist selten.

Melilotti 26.02.2007 12:34

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Jetzt bekommt Ihr mal ein Gedicht von mir: :D

Dein Stern

Wenn ich einmal nicht mehr da sein werde,
bin ich im Himmel, nicht mehr auf der Erde,
und wenn du mich dann einmal vermisst,
und nicht willst, dass du mich vergisst.

Schau tief in den Himmel hinein,
dort werden zwei Sterne so hell doch sein,
der kleinere von beiden, das bin ich,
denn ich hoffe, dort siehst du mich.

Hab mich zu dem hellsten Stern gesellt,
dass er mir so meine Sicht erhellt.
Von hier aus werde ich dich nun beschützen,
und deinem Leben so noch nützen.

Ramses 26.02.2007 16:14

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
@ melilotti, Dein gedicht ist ja sooo schööön

Melilotti 26.02.2007 18:30

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
@Ramses: Danke, danke, schön das es dir gefällt :oops: Und ich hab noch sooo viele, da könnt ich das Forum zuposten, aber nee :lol: *hihi*

GlitzerndesMeer 26.02.2007 18:33

AW: Gedichte, Aphorismen, Geschichten
 
Da gab es vor langen Jahren sogar mal einen eigenen Thread:

http://www.letzte-version.de/forum/s...ead.php?t=1032

Also ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn der wieder ein bißchen zum Leben erweckt würde :)


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