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Alt 19.07.2017, 10:55   #2
Wimpernschlag
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AW: Herbert Grönemeyer bei The Poetry Project am 18.07. (2017)

Kurzer Eindruck vom Poetry Project:

Die Veranstaltung fand im Spiegelsaal von Clärchens Ballhaus statt, 200 Personen fasste der Saal, die Veranstaltung war ausverkauft. Es gab viele, die noch auf Karten gehofft hatten und sich in den Biergarten setzten. Kurz vor Einlass schlenderte Herbert an uns vorbei, seine Frau kam etwas später.

Es gab eine kurze Einführung, die Veranstaltung fand zweisprachig statt. Die "jungen Poeten" wurden vorgestellt, danach wurde Grönemeyer angekündigt, der dann auch auf die Bühne kam.

Dann ging es ziemlich schnell los, die Gedichte wurden abwechselnd in Deutsch und Heimatsprache vorgetragen, was sehr schön war, denn in der eigenen Sprache bekamen die Worte nocheinmal eine ganz eigene Dynamik. Obwohl man es nicht verstand war es dennoch berührend - den Text dann in deutsch zu hören war manchmal sehr beklemmend und traurig. Ich muss sagen, Herbert hat das alles sehr schön vorgetragen, passend zu der Stimmung, zu den Worten. In den Texten ging es um Flucht, Tod, Angst, Einsamkeit, Sehnsucht und die damit verbundenen Gefühle, aber auch um Liebe und erste Enttäuschungen.

Gerade die Entfernung, die Einsamkeit und die Sehnsucht der jungen Männer nach der Familie oder der Mutter hat mich persönlich sehr berührt - meine Tochter hat schon nach ein paar Stunden Heimweh...und ich Sehnsucht - Die Gefühle der Jugendlichen und ihrer Familie kann man vermutlich nicht ansatzweise nachempfinden.

Danach gab es Zeit für Fragen. Um 22 Uhr endete die Veranstaltung und Herbert mischte sich unter die Anwesenden und unterhielt sich mit vielen, zunächst noch im Saal, später auf dem Balkon.

Die Veranstaltung war interessant aber auch etwas anstrengend, einfach wegen der Emotionalität, die die Texte verursachen. Es ist geplant diese viersprachig zu veröffentlichen.

Gegen Ende wurde betont, wieviel Herr Grönemeyer und musik bewegt "im Stillen" tun --- nach dem dritten Verweis auf die Flyer und Spenden und dem Hervorheben von Grönemeyer, dass er ja eigentlich nicht viel tut war ich etwas genervt. Gutes Tun ist schön, wenn es dann tatsächlich im stillen passiert - ohne mehrfachen Hinweis darauf - fänd ich es noch besser. Irgendwann nach all dem Lobgesang auf musik bewegt, Frau Cox und Herr Grönemeyer versuchte "der Meister selbst" dann doch den Blickpunkt wieder zu fokussieren und teilte mit, worum es ja eigentlich gehen sollte: um das Poetry Project und die jugendlichen Flüchtlinge. Der jüngste von ihnen war 14!

Geplant sind wohl weitere Veranstaltungen.
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